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18.10.2012

09:00 Uhr

Börse Tokio

Chinas Wachstum lässt Anleger in Asien kalt

Die schlechten Konjunkturdaten aus China können die gute Stimmung an den Aktienmärkten nicht trüben. Besonders exportabhängige Unternehmen profitieren.

Geschäfte machen in China: unberechenbar

Video: Geschäfte machen in China: unberechenbar

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TokioTrotz des schwächelnden Wirtschaftswachstums in China haben die Anleger am Donnerstag in Asien auf Aktien gesetzt. Der japanische Leitindex Nikkei profitierte vor allem von einem schwächeren Yen und markierte sogar den höchsten Stand seit drei Wochen. Der Index schloss zwei Prozent im Plus bei 8983 Punkten.

Der breiter gefasste Topix gewann 1,7 Prozent auf 752 Stellen. Da die japanische Wirtschaft sehr abhängig vom Export ist, hilft ihr eine schwächere Landeswährung, da in das Ausland verkaufte Produkte günstiger werden.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:15 Uhr)

Dax

7.478 Punkte (+ 0,99 Prozent)

Dow Jones

13.064 Punkte (+ 0,33 Prozent)

Nikkei

+ 0,13 Prozent (Schlussstand vom Montag)

Euro

1,3040 Dollar

Gold

1.714 Dollar

Öl (Brent)

112,01 Dollar

Die Investoren ließen sich durch das geschrumpfte Wirtschaftswachstum in China nicht vom Aktienkauf abbringen. Der Index in Shanghai legte um 1,3 Prozent zu, der Hang-Seng-Index in Hongkong kletterte um 0,8 Prozent. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte den dritten Tag in Folge zu, er stieg um 0,5 Prozent.

In China hat sich die Wirtschaftleistung im dritten Quartal zum siebten Mal in Folge abgeschwächt. Mit einem Zuwachs von 7,4 Prozent verfehlte die Wirtschaft das von der Regierung gesetzte Ziel. Analysten werteten die Konjunkturdaten allerdings als Zeichen für eine Stabilisierung.

Zuwachs: China wächst immer langsamer

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Chinas Wirtschaft hat weiter an Kraft verloren. Analysten hatten das erwartet.

"Das Schlimmste sollte vorüber sein", sagte Volkswirt Kevin Lai von Daiwa in Hongkong. Für das laufende Quartal rechnete er wieder mit einem Wachstum von über acht Prozent. Andere Konjunkturdaten, wie etwa die Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsatz, waren dagegen etwas besser ausgefallen als erwartet.

Am japanischen Aktienmarkt waren vor allem Titel von exportorientierten Unternehmen gefragt. Die Papiere von Toyota Motor stiegen um 2,5 Prozent. Einem japanischen Zeitungsbericht zufolge erwägt der Autobauer, seine weltweiten Produktionsziele zu kürzen, was Toyota allerdings dementierte.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Dem Bericht zufolge sei der Grund für die Senkung der Einbruch bei den Verkaufszahlen in China. Dort hatte Toyota wegen des Inselstreits zwischen Japan und China weniger Fahrzeuge verkauft.

Ein Plus von mehr als vier Prozent verzeichneten die Aktien des besonders stark in China engagierten Baumaschinenherstellers Komatsu. Anteilsscheine des Mobilfunkers Softbank verloren knapp ein Prozent. Das Unternehmen will das US-Telekomunternehmen Sprint Nextel übernehmen und kann einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge auch auf Breitbandfrequenzen des Sprint-Partners Clearwire zurückgreifen.

Wachstumsprognose: Weltbank sieht Chinas Wirtschaft schwächeln

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Weltbank sieht Chinas Wirtschaft schwächeln

Die Weltbank erwartet für China ein geringeres Wirtschaftswachstum in 2012 und 2013.

Softbank will für bis zu 70 Prozent an Sprint rund 20 Milliarden Dollar zahlen, das wäre der höchste Betrag, den eine japanische Firma je für einen Kauf eines ausländischen Unternehmens bezahlt hätte.

China und Deutschland im Zahlenvergleich

Fläche in Quadratkilometern (gerundet)

China: 9.600.000
Deutschland: 357.000

Bewaldete Fläche

China: 22 Prozent
Deutschland: 32 Prozent
(Angaben von 2010)

Landwirtschaftlich genutzte Fläche

China: 56 Prozent
Deutschland: 48 Prozent
(Angaben von 2009)

Einwohner

China: 1.347.000.000
Deutschland: 82.000.000
(Angaben von 2011, Zahlen gerundet)

Lebenserwartung von Frauen

China: 75 Jahre
Deutschland: 83 Jahre
(Angaben von 2009)

Lebenserwartung von Männern

China: 72 Jahre
Deutschland: 77 Jahre
(Angaben von 2009)

Breitband-Internetanschlüsse je 100 Einwohner

China: 8
Deutschland: 31
(Angaben von 2009)

Personenwagen je 1000 Einwohner

China: 27
Deutschland: 502
(Angaben von 2008)

CO2-Emission pro Kopf in Tonnen

China: 5
Deutschland: 10
(Angaben von 2008)

Quellen: Weltbank, CIA, Statistisches Bundesamt, Deutsche Botschaft in Peking, Auswärtiges Amt

Von

rtr

Kommentare (1)

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SirMichael

18.10.2012, 04:27 Uhr

Was ist denn das fuer ein Schwachsinn?? JPY/USD steht immer noch bei 79. Normal waere um die 100. Von Schwaeche knn also keine Rede sein. Fuer Journalisten scheinen wohl nur kleinste Aenderungen zu zaehlen, das aktuelle Niveau ist wohl uninteressant!

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