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26.09.2012

09:35 Uhr

Börse Tokio

Der Nikkei-Index stürzt unter 9.000 Punkte

Schlechte Stimmung in Fernost: Dividendenabschläge, neue Sorgen um Spanien und anhaltende Spannungen mit China haben den Aktienmarkt in Japan am Mittwoch tief ins Minus gedrückt.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Reuters

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioAn den asiatischen Aktienmärkten ist die Stimmung der Anleger zur Wochenmitte in den Keller gerutscht. Die Furcht vor einer Verschlechterung der weltwirtschaftlichen Lage dominierte das Geschehen. Auch rückte Spanien inmitten der europäischen Schuldenkrise wieder in den Vordergrund. Die Kursgewinne nach Ankündigung einer weiteren geldpolitischen Lockerung durch die US-Notenbank (Fed) von Mitte des Monats sind damit vollständig verpufft. "Trotz ausreichender Liquidität im Markt, sorgen sich die Investoren darüber, ob sich die Fundamentaldaten wirklich verbessern", sagte Kim Hak Kyun, Analyst bei Daewoo Securities. Ein anderer Experte sagte, vor der US-Präsidentenwahl am 6. November sind Anleger zudem nicht bereit, große Positionen eingehen. Der Handel werde sich in engen Spannen bewegen. Der Euro sank auf knapp unter 1,29 Dollar.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zwei Prozent schwächer bei 8906 Punkten - unter der psychologisch wichtigen Marke von 9000. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls zwei Prozent nach auf 742 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,9 Prozent und notierte damit auf den niedrigsten Stand seit 14. September.

Mitte des Monats hatte die Fed massive Liquiditätsspritzen angekündigt. An den Märkten gingen daraufhin die Aktienkurse wieder nach oben. Mehrere US-Großkonzerne, darunter der weltgrößte Baumaschinenhersteller Caterpillar, hatten dann zuletzt aber von einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung berichtet und ihre Gewinnprognosen gesenkt. Dies belastete bereits am Dienstag die New Yorker Aktienmärkte.

In Spanien kam es am Dienstag zu heftigen Protesten gegen Reformen und Sparkurs der Regierung in Madrid. Es wird erwartet, dass diese am Donnerstag neue Schritte vorstellen wird. Reuters hatte bereits erfahren, dass auch eine Anhebung des Rentenalters in der Diskussion ist. Fraglich ist, ob das Land früher oder später vollständig unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen muss. Regierungschef Mariano Rajoy sagte in einem Interview mit dem "Wall Street Journal", wenn die Renditen am Kapitalmarkt für das Land zu lange zu hoch blieben, sei er bereit, Hilfen zu beantragen. Für den Bankensektor hat sich das Land bereits Unterstützung gesichert.

In Tokio wurde der Handel auch vom nahenden Ende der ersten Hälfte des japanischen Fiskaljahres geprägt. Viele Titel wurden zudem ohne Einberechnung der Dividende gehandelt, was die Kurse drückte. Auch gab es weitere Anzeichen dafür, dass japanische Firmen unter den Folgen des Inselstreits zwischen Japan und China leiden. So berichtete Korea Investment & Securities, der südkoreanische Autobauer Hyundai habe im August in China Marktanteile gewonnen und damit indirekt von den Streitigkeiten profitiert. Die japanischen Autobauer dagegen hätten Rückschläge hinnehmen müssen. Hyundai-Aktien legten ein Prozent zu.

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Die Aktien von Toyota gaben gut zwei Prozent nach. Der weltgrößte Autobauer will einem Zeitungsbericht zufolge wegen der Folgen des Inselstreits den gesamten Monat Oktober über die Produktion in China aussetzen. Zudem sollten alle Exporte von Japan nach China gestoppt werden. Damit dürfte auch Toyotas Ziel in Gefahr geraten, in diesem Jahr in China eine Million Fahrzeuge abzusetzen. Nissan will im Gemeinschaftsunternehmen in China bereits ab Donnerstag und damit drei Tage früher als bislang geplant die Produktion aussetzen. Nissan-Titel gaben um 2,6 Prozent nach.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Gerdi

26.09.2012, 08:44 Uhr

Ich hatte mir fest vorgenommen einen Artikel im Handelsblatt nicht mehr zu lesen wenn in der Überschrift steht " stürzt " oder "Streit" . Heute habe ich leider nicht darauf geachtet, schon wieder nur eine Bildzeitungüberschrift. Bei Ihnen stürzt wohl alles was leicht nachgibt oder sich leicht verändert. Politiker streiten sich bei Ihnen über alles, sie diskutieren nicht mehr. Genau wie in der Bildzeitung

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