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15.08.2011

09:00 Uhr

Börse Tokio

Der Übersee-Erholungskurs steckt an

In Asien haben die Aktienmärkte nach der jüngsten Berg- und Talfahrt die neue Handelswoche in ruhigerem Fahrwasser begonnen. Die Märkte in Tokio, Taiwan, Singapur, Hongkong und Shanghai legten kräftig zu.

Der Topix-Index stieg um 1,1 Prozent. Quelle: AFP

Der Topix-Index stieg um 1,1 Prozent.

Hongkong/SingapurDie wichtigsten Indizes lagen am Montag mehrheitlich im Plus. Das in turbulenten Zeiten als Krisenanlage bevorzugte Gold sowie der Schweizer Franken gaben nach. Der Euro zog in Fernost auf knapp 1,43 Dollar an nach zuletzt 1,4250 Dollar im späten US-Geschäft am Freitag. Händler sagten, die Geldmärkte stünden aber weiter im Fokus der Anleger. Dies zeige, dass nicht alle Probleme gelöst seien. Den Rückgang des Schweizer Franken begründeten Händler mit der Sorge, die Zentralbank könne erneut am Devisenmarkt eingreifen, um den Anstieg zu dämpfen.

Mit Spannung wurde ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Dienstag in Paris erwartet. Die beiden Politiker wollen über die jüngsten Entwicklungen in der Schuldenkrise beraten. Dabei dürfte auch die von Italien neu entfachte Debatte über die Schaffung sogenannter Euro-Bonds, also gemeinsamer Anleihen der Euro-Zone, eine Rolle spielen. Zuletzt war Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nach Deutschland, angesichts der Staatsverschuldung selbst in den Fokus der Anleger gerückt.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,3 Prozent fester bei 9086 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index legte bis Handelsschluss ebenfalls mehr als ein Prozent zu auf 777 Zähler. Auftrieb verlieh den Kursen nach Angaben von Händlern auch die weltweite Börsenerholung Ende vergangener Woche. Zudem fielen die Daten zum japanischen Wachstum im Quartal bis Ende Juni besser aus als gedacht. Der Rückfall in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis war mit minus 0,3 Prozent schwächer als von Experten erwartet. Der Tokioter Markt hatte den Aufschwung der Börsen in Europa und den USA am Ende einer verlustreichen Woche verpasst und auch am Freitag im Minus geschlossen. Für Auftrieb hatte das kurzfristig erteilte Verbot bestimmter Leerverkäufe an den Börsen in Frankreich, Italien, Spanien und Belgien gesorgt.

Das japanische Bruttoinlandsprodukt litt zwar vor allem unter einer schwächelnden Exportwirtschaft, wurde aber überraschend deutlich vom Binnenkonsum gestützt. „Die heimische Wirtschaft erholt sich relativ gut, die Produktion ist stabil“, sagte Chef-Volkswirt Naoki Murakami von Monex Securities in Tokio. „Man muss aber davon ausgehen, dass der Export die Wirtschaft zum Jahresende hin wegen der Verlangsamung der Weltkonjunktur noch stärker belastet.“ Bei den Einzelwerten waren unter anderem Aktien der Börse von Osaka gefragt, die sich um mehr als acht Prozent verteuerten. Die geplante Übernahme durch die Tokyo Stock Exchange kommt Zeitungsberichten zufolge voran. Das Handelsaufkommen war insgesamt wegen eines wichtigen traditionellen Festes in Japan gering. Bei den mehrtägigen Feierlichkeiten zum Gedenken an die Verstorbenen ist zwar die Börse geöffnet. Viele legen ihren Jahresurlaub aber um das Fest, das bis Montag andauerte.

An den Aktienmärkten in Taiwan, Singapur sowie Hongkong und Shanghai legten die Kurse zu. Lediglich in Korea verzeichnete der Index ein Minus von gut einem Prozent. Den Rückgang des Schweizer Franken begründeten Händler mit der Sorge, die Zentralbank könne erneut am Devisenmarkt eingreifen, um den Anstieg zu dämpfen.

Von

rtr

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