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14.06.2013

08:41 Uhr

Börse Tokio

Die Aktienmärkte in Asien erholen sich

Vier Tage lang hat die Börse in Tokio Verluste eingefahren. Am Freitag stiegen die Aktienkurse um rund zwei Prozent. Anleger sind auf der Jagd nach Schnäppchen.

Vor einer Börsenanzeigetafel. dpa

Vor einer Börsenanzeigetafel.

TokioErmutigende US-Konjunkturdaten haben den asiatischen Aktienmärkten am Freitag wieder auf die Sprünge geholfen. In Japan ging der Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte 1,9 Prozent höher aus dem Handel mit knapp 12.687 Punkten, nachdem er am Donnerstag noch um 6,4 Prozent abgerutscht war. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte 1,4 Prozent höher.

Ein überraschend kräftiger Anstieg der Einzelhandelsumsätze im Mai und ein Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nährten Hoffnungen, dass die US-Wirtschaft auch ein baldiges Ende der Notenbank-Hilfen verkraften könne, sagten Analysten.

Die Anleger seien daher wieder auf der Jagd nach Schnäppchen. Insgesamt herrsche aber Vorsicht vor dem geldpolitischen Treffen der US-Notenbank Fed am Dienstag und Mittwoch, sagte Kim Soon Young von IBK Securities. Die Anleger erhoffen sich deutlichere Hinweise darauf, wann die Fed ihre üppigen Konjunkturhilfen wieder zurückfahren wird.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

"Die Spekulationen über eine Drosselung durch die Fed machen die Aktienmärkte weiter nervös, und die Devisenmärkte werden volatil bleiben, bis Stabilität an die Aktienmärkte zurückkehrt", sagte Koji Fukaya von FPG Securities. Der Dollar verlor zum japanischen Yen auf Kurse um 95 Yen. Damit ist die US-Währung deutlich stärker als noch vor ein paar Wochen, was eher schlecht für japanische Exporteure ist.

An der Tokioter Börse gehörten die zuletzt schwer gebeutelten Exportwerte dennoch zu den Gewinnern. Die Aktien des Autobauers Nissan stiegen um 0,7 Prozent. Die Papiere des Elektronikriesen Toshiba schnellten 2,9 Prozent nach oben. Auch der Immobiliensektor legte zu, der Branchenindex stieg um 4,4 Prozent.

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Von

rtr

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