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12.06.2012

08:48 Uhr

Börse Tokio

Euro-Krise drückt die Stimmung in Asien

Die Angst vor einer Krise in Italien und dem Ausgang der Wahl in Griechenland haben den Handel bestimmt. Die Europäer können trotz des Hilfspaketes für Spanien nicht die Zweifel der Investoren zerstreuen.

Die Europäer können die Sorgen der Anleger in Asien nicht zerstreuen. dpa

Die Europäer können die Sorgen der Anleger in Asien nicht zerstreuen.

TokioDie Euphorie über die geplante europäische Hilfe für Spaniens Banken ist auch an den Börsen in Fernost wieder verflogen. Nach den Kursgewinnen zum Wochenauftakt nahmen die Anleger am Dienstag Reißaus und drückten die Märkte auf breiter Front ins Minus. In den Fokus rückte die Frage, ob die in Aussicht gestellten Mittel von bis zu 100 Milliarden Euro für die maroden spanischen Geldhäuser ausreichen. Zudem gibt es die Furcht, als nächstes könne Italien in den Krisenstrudel gerissen werden. Auch die anstehenden Wahlen in Griechenland sorgten für erhebliche Nervosität. Das Votum am Sonntag gilt als Entscheidung über den Verbleib des Landes im Euro-Währungsraum.

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Die Rekapitalisierung der spanischen Banken sei zwar ein wichtiger Beitrag zur Lösung der Schuldenkrise, sagte Pranay Gupta von Lombard Odier. "Aber das war nur ein Pflaster auf der Wunde und keine Heilung." Auch Jeff Sica, Präsident von SICA Wealth Management, zeigte sich skeptisch über die vereinbarten europäischen Finanzhilfen für Spaniens Banken: "Die Nachrichten am Wochenende über die Rettung zeigen nicht, dass Europa ernsthaft entschlossen ist, seine Finanzkrise anzugehen, sondern vielmehr einen Akt der Verzweiflung, der das Unvermeidliche hinauszögern soll, nämlich den Konkurs der spanischen Banken."

Unklarheiten über die Ausgestaltung der Banken-Rettung drückten nicht nur die Aktienkurse, sondern belasteten auch den Euro. Er tendierte bei 1,2485 Dollar und damit deutlich unter den Höchstständen von Montag von 1,2672 Dollar, allerdings auch deutlich über dem im Juni erreichten Zwei-Jahres-Tief von 1,2288 Dollar. "Wir wissen sehr wenig über den spanischen Deal. Der Zins und die Laufzeit des Kredits sind eine große Unbekannte, gar nicht zu erwähnen die Herkunft der Mittel", kritisierte Daisuke Karakama von Mizuho Corporate Bank. "Ich bin nicht überrascht, dass die Märkte nicht richtig wissen, wie sie reagieren sollen."

Wie der Wall-Street-Handel lief

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Der Nikkei-Index schloss ein Prozent schwächer bei 8536 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,8 Prozent auf 724 Zähler. Auch die übrigen Börsen im asiatisch-pazifischen Raum erlitten Verluste. Einzige Ausnahme war Australien mit einem leichten Plus, das vor allem auf Kursgewinne der Fluggesellschaft Qantas zurückging. Die australische Airline rüstet sich gegen Übernahmeversuche von Finanzinvestoren, was die Investoren zugreifen ließ.

In Tokio trennten sich die Anleger vor allem von Aktien, die am Montag noch zugelegt hatten. So gaben Panasonic um mehr als zwei Prozent und Mazda Motor um fast drei Prozent nach. Gesucht waren dagegen wenig konjunkturanfällige Titel wie Japan Tabacco, die rund zwei Prozent anzogen.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:35 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Von

rtr

Kommentare (4)

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Bankenrun

12.06.2012, 07:19 Uhr

Ist doch alles gut. Kapitalverkehrkontrollen werden Europa den Rest geben. Dadurch bricht eine Panik aus und der langsame Bankenrun entwickelt sich zu einem Hyperrun, welcher die Banken auslöscht. An mein Erspartes kommen sie nicht mehr. Alles abgehoben und gesichert!

Sitting-Bull

12.06.2012, 07:52 Uhr

@Bankenrun: Wie naiv gedacht, als ob bedrucktes Papier nur der Zahlen wegen einen eigenen Wert hätte. Wenn alles kracht (und es wird krachen) nützt einem auch Bargeld unterm Kissen nichts. Geld wird wertlos werden, wie schon hunderte Male in der Geschichte. Das liegt am immergleichen Systemfehler Zinseszins, den anscheinend immer noch keiner begreifen will. Ein gerechtes, funktionierendes Geldsystem wäre möglich- das wollen aber unsere Eliten nicht- weil deren leistungslose Einkommen schmäler werden würden.

Ozcomment

12.06.2012, 09:57 Uhr

Ein sehr interessanter Beitrag aus der Perspektive von der Südhalbkugel zu dem Euro Thema und Deutschland's Beitrag http://www.businessspectator.com.au/bs.nsf/Article/Germany-eurozone-crisis-Budesbank-Target-2-pd20120611-V64YC?opendocument&src=idp&utm_source=exact&utm_medium=email&utm_content=50385&utm_campaign=kgb&modapt=commentary

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