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18.11.2011

08:09 Uhr

Börse Tokio

Euro-Schuldenkrise setzt Asien-Märkte unter Druck

Die Anleger in Japan blicken mit Sorgen nach Europa. In Folge negativer Vorgaben der Wall Street hat die Tokioter Börse am Freitag schwach tendiert. Die Olympus-Aktie verliert mehr als 14 Prozent.

Geschäftsmänner vor einer Börsentafel in Tokio. dpa

Geschäftsmänner vor einer Börsentafel in Tokio.

TokioDie Furcht vor einer Ausweitung der Euro-Schuldenkrise hat den Fernost-Börsen den vierten Verlusttag in Folge eingebrockt. Der Tokioter Aktienmarkt rutschte am Freitag unter die Marke von 8400 Punkten auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Angesichts steigender Risikoaufschläge auf spanische und französische Staatsanleihen wuchs unter den Anlegern die Sorge, dass sich die Finanzierungsprobleme weltweit wie ein Flächenbrand ausdehnen könnten. Zu den Verlierern in Tokio zählten vor allem Banken. Bei den Einzelwerten standen erneut die Papiere des Kameraherstellers Olympus im Fokus, der von einem gigantischen Bilanzfälschungsskandal erschüttert wird.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 1,2 Prozent im Minus bei 8374 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,1 Prozent auf 719 Punkte. Noch deutlicher abwärts ging es an den Börsen in Südkorea und Taiwan, wo die Leitindizes jeweils rund zwei Prozent abgaben. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Singapur und Shanghai mussten Verluste hinnehmen.

Die Furcht vor einer weltweiten Kreditklemme trieb Asiens Investoren zum Wochenschluss vor allem massiv aus Bankentiteln. Besonders gebeutelt wurde die Mizuho Financial Group, deren Aktienkurs erstmals seit 2003 unter die Marke von 100 Yen fiel. Das Papier schloss fast zwei Prozent im Minus. Die Aktien des Konkurrenten Mitsubishi UFJ Financial verloren 1,8 Prozent. Die Anteilsscheine von Sumitomo Financial Group büßten sogar 2,8 Prozent ein.

Der Kurs von Olympus brach mehr als 16 Prozent ein. Nach einem Bericht der „New York Times“ haben Ermittler im Zuge des Bilanzfälschungsskandals eine Lücke von knapp fünf Milliarden Dollar in den Büchern entdeckt. Es bestehe zudem der Verdacht auf Verbindungen zum organisierten Verbrechen.

Die japanische Währung notierte zum Euro nahe ihres Fünf-Wochen-Hochs. Diese Yen-Stärke machte den exportabhängigen Autobauern des Landes zu schaffen: Toyota verlor 2,3 Prozent, Honda 2,4 Prozent. Kurz nach Börsenschluss kündigte Suzuki an, bis zu 20 Prozent eigener Aktien zurückzukaufen - vorausgesetzt, dass Partner Volkswagen, mit dem die Japaner seit Monaten überkreuz liegen, sie zurückgibt. Andernfalls werde ein Schlichter angerufen. Suzuki-Aktien hatten sich zuvor 2,7 Prozent leichter aus dem Handel verabschiedet.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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rtr

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