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03.08.2012

08:36 Uhr

Börse Tokio

EZB-Enttäuschung hallt in Tokio nach

Die Enttäuschung über die Notenbanken der USA und der Euro-Zone hat die asiatischen Aktienmärkte ins Minus gedrückt. Doch Mario Draghis Pläne für die Euro-Rettung waren nicht der einzige Grund für das Minus.

Aktienanzeige vor einer Firma in Tokio. dapd

Aktienanzeige vor einer Firma in Tokio.

TokioWeil die beiden Zentralbanken auf neue Schritte zur Konjunkturankurbelung beziehungsweise zur Eindämmung der Schuldenkrise zunächst verzichteten, scheuten viele Anleger am Freitag das Risiko. Doch die Kursverluste hielten sich in Grenzen, denn für Börsianer ist es nur eine Frage der Zeit, bis Fed und EZB wieder aktiv werden. Neue Hinweise auf die künftige amerikanische Geldpolitik sollte der US-Arbeitsmarktbericht für Juli liefern, der für 14.30 Uhr (MESZ) erwartet wurde.

Marktteilnehmer hofften darauf, dass die Daten die Fed zu einer geldpolitischen Lockerung (QE) womöglich bereits im kommenden Monat drängen werden. "Die Leute machen sich Sorgen, dass die Zahlen gar nicht so schlecht ausfallen könnten", sagte ein Händler eines europäischen Brokerhauses. "Das würde bedeuten, dass es mit QE noch etwas länger dauert."

Die Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) hatten in dieser Woche von der an den Märkten herbeigesehnten Ankündigung neuer Staatsanleihen-Käufe abgesehen. Zugleich machten sie aber deutlich, dass sie bei Bedarf eingreifen werden. "Es war offensichtlich enttäuschend, nicht auf der Stelle Anleihenkäufe durch Fed und EZB zu bekommen", sagte Chris Weston, Händler bei IG Markets in Melbourne. "Aber es sieht so aus, dass sie kommen werden und im Fall der EZB womöglich sogar unbegrenzt."

Auf der Tokioter Börse lasteten zusätzlich die Quartalsberichte von Sony und Sharp, die den Investoren auf den Magen schlugen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,1 Prozent tiefer auf 8555 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,2 Prozent auf 724 Zähler nach. Die Sony -Aktie rauschte fast sieben Prozent in den Keller. Das Unternehmen hatte einen überraschend deutlichen Gewinneinbruch bekanntgegeben und senkte seine Jahresziele. Sharp -Titel sackten sogar 28 Prozent ab. Der Elektronikkonzern tritt wegen der schwachen Fernseher-Nachfrage auf die Kostenbremse und will 5000 Stellen abbauen. Bergab ging es auch an anderen Börsen in Fernost. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte ein Prozent im Minus.

An den Devisenmärkten tendierte der Euro bei 1,2186 Dollar und lag damit in etwa auf dem Niveau im späten New Yorker Handel am Donnerstag.

Von

rtr

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