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22.12.2011

07:59 Uhr

Börse Tokio

EZB-Geldspritze überzeugt nicht

Nachdem die Europäische Zentralbank mit ihrem Drei-Jahres-Tender an der New Yorker Börse nicht für die erhoffte Zuversicht sorgen konnte, tendierten die Börsen in Tokio schwächer.

Eine Börsenanzeigentafel in Tokio. dapd

Eine Börsenanzeigentafel in Tokio.

TokioDie milliardenschwere Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Sorgen über die Euro-Schuldenkrise auch an den Asien-Börsen nicht wesentlich dämpfen können. Trotz des beispiellosen Volumens der EZB-Kreditlinien von fast einer halben Billion Euro blieben die Marktteilnehmer skeptisch, wie viel davon in die Volkswirtschaften der Eurozone fließen wird, um eine Kreditklemme zu verhindern und die Konjunktur anzukurbeln. Vor den Weihnachtsfeiertagen gestaltete sich das Börsengeschäft zudem zäh, berichteten Marktbeobachter in Tokio. Viele ausländische Kollegen hätten sich bereits in die Ferien verabschiedet.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,8 Prozent im Minus bei 8395 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,4 Prozent auf 723 Punkte. Auch die Börsen in Hongkong und Singapur gaben nach, während die Aktienmärkte in Taiwan, Korea und Shanghai auf der Stelle traten. Rund 490 Milliarden Euro vergab die EZB als dreijährige Kredite an Geschäftsbanken mit einem Zinssatz von lediglich einem Prozent. Doch der Geldsegen der EZB für Europas Banken hatte schon an der Wall Street kaum für Zuversicht gesorgt.

In Tokio standen vor allem Chipwerte im Mittelpunkt des Interesses. Nach Produktionsausfällen durch die Überschwemmungen in Thailand geraten japanische Unternehmen immer stärker unter Druck ihrer ausländischen Konkurrenten. So verloren die Aktien des Halbleiterproduzenten Renesas Electronics 0,9 Prozent, nachdem das Unternehmen über schwächelnde Nachfrage wegen der Thailand-Fluten sowie über die Euro-Schuldenkrise geklagt hatte.

Nach den herben Kursverlusten des Vortags ging es für den Betreiber des Katastrophen-Reaktors Fukushima, Tepco, am Donnerstag wieder aufwärts. Der Versorger wurde an der Börse für seine Ankündigung belohnt, im April die Stromtarife für Geschäftskunden zu erhöhen. Tepco-Titel verteuerten sich um 5,2 Prozent. Am Mittwoch hatte der Bericht über eine anstehende Verstaatlichung des Unternehmens einen Kurssturz um zehn Prozent ausgelöst.

Von

rtr

Kommentare (6)

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ruin

22.12.2011, 05:08 Uhr

wenn sich schlapp 300 banken ne halbe billion leihen is eh die frage angesagt,wieviele milliarden in den verlustausgleich ihrer geschäfte fließen.

dann kann man noch fragen,um welche banken mit welcher bonität es sich handelt und dann kann man das hilfsprogramm knicken

selbst wenn man diese banken geld drucken leiße,könnten diese sich nicht aus ihrer pleiteumarmung lösen.

Spartakus

22.12.2011, 06:54 Uhr

Erst wenn die deutsche Vakuumpumpe aufhört Kapital ins Nichteuroausland zu transferieren wird sich die Lage im Euroraum noramlisieren.
Die enorme Gewinne die deutsche Konzerne im Euroraum realisiert haben, sind fast allein ins Nichteuroausland reinvestiert worden. Bsp.: VW will grösster Autobauer der Welt werden und baut Fabriken in der ganzen Welt mit Gewinne aus dem Euroraum.
Mir, als nicht Deutscher, ist es egal wer die Gewinne macht, Hauptsache die Wirtschaften der Euroländer brummen.
Das ist aber wegen der deutschen Vakuumpumpe, nicht der Fall.
Es ist eigentlich eine Kapitalflucht vom Euroraum ins Nichteuroausland, über den permanenten deutscher Leistungbilanzüberschuss, im Gange.
Und das dürfen wir uns Europäer aller Couleurs nicht gefallen lassen, mit allen Mitteln, legal ode illegal, muss das verhindert werden.

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22.12.2011, 06:56 Uhr

Bundesbank: Deutsches Vermögen im Ausland wächst

Die Konjunkturerholung hat das deutsche Auslandsvermögen 2010 auf ein Rekordhoch getrieben. In der Summe erhöhte sich die Netto-Auslandsposition Deutschlands im vergangenen Jahr um 117 Milliarden auf 951 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank berichtete.

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