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20.03.2014

08:16 Uhr

Börse Tokio

Fed-Straffung belastet den Nikkei

Wie die Wall Street rutschte auch die Börse in Tokio nach dem Zinsentscheid der Fed vom Vortag ab. Janet Yellen hatte eine zügige Drosselung der Geldpolitik angedeutet.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Reuters

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioDie Aussicht auf rascher als erwartet steigende Zinsen in den USA hat die Anlage in Aktien auch in Asien am Donnerstag weniger attraktiv erscheinen lassen. Die Börsen gaben auf breiter Front nach. An vielen Handelsplätzen verloren die wichtigen Indizes mehr als ein Prozent. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei 1,65 Prozent niedriger bei 14.224 Punkten. Er fiel damit auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,58 Prozent auf 1145 Zähler. Belastet wurde die Tokioter Börse auch von den Handelsdaten der vergangenen Woche. Sie zeigen, dass ausländische Anleger japanische Anteilscheine im Wert von 1.09 Billionen Yen (10,7 Milliarden Dollar) abstießen. Am Freitag bleibt die Börse in Japan wegen eines nationalen Feiertags geschlossen.

In China war die Shanghaier Börse kaum beeindruckt von einer weiteren Lockerung der Investitionsregeln für Ausländer. Seit Donnerstag dürfen Anleger an der Börse bis zu 30 Prozent an einem Unternehmen erwerben, bislang waren es 20 Prozent. Außerdem wurden ausländische Investitionen in weitere Produkte zugelassen. Der Index in Shanghai kletterte zunächst leicht ins Plus, ließ sich dann aber vom allgemeinen Trend mitreißen und lag am Nachmittag rund ein Prozent im Minus.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Die US-Notenbank (Fed) hatte am Vortag eine unerwartet zügige Straffung der Geldpolitik angedeutet. Außerdem drosselte die Fed ihre milliardenschweren Geldspritzen für die Wirtschaft weiter. Das monatliche Volumen der Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren wird um zehn auf 55 Milliarden Dollar verringert. Die große Mehrheit der US-Notenbanker rechnet 2015 mit ersten Zinserhöhungen. Diese dürften auch kräftiger ausfallen als zuletzt noch gedacht.

Während die Fed mit ihrer Ankündigung am Mittwochabend für Kursverluste auch an der Wall Street sorgte, profitierte der Dollar davon. Der Euro fiel unmittelbar nach den Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen auf ein Zwei-Wochentief von 1,3808 Dollar. Am Donnerstagmorgen notierte die Gemeinschaftswährung bei rund 1,3834 Dollar und war damit noch immer mehr als einen US-Cent von ihren Höchstständen aus der vergangenen Woche entfernt.

Von

rtr

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