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29.12.2011

07:58 Uhr

Börse Tokio

Italiens Bond-Auktion sorgt für Unsicherheit

Die Stimmung an der Börse in Tokio hat sich nicht gebessert, die Anleger schauen mit skeptischem Blick auf Europa. Der Handelstag bringt Verluste. Nur der Yen schießt nach oben - zu Lasten des Euro.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. dapd

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

Singapur/TokioDie asiatischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstag kurz vor Jahresende bei dünnen Umsätzen nervös präsentiert. Eine erwartete Milliarden-Emission italienischer Staatsanleihen sorgte Händlern zufolge für zusätzliche Unsicherheit. Die schwachen Vorgaben aus den USA sowie Europa taten ihr Übriges. „Wenn es beim Verkauf der italienischen Bonds ein Drama gibt, dann wird der US-Markt natürlich auch fallen und möglicherweise geht der Nikkei dann morgen noch weiter nach unten“, sagte Hiroyuki Fukunaga von Investrust.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index noch 0,3 Prozent schwächer bei 8398 Punkten. Zuvor hatte er sogar mehr als ein Prozent verloren. Der breiter gefasste Topix-Index beendete den Handel fast unverändert bei 722 Zählern. Vor allem die Titel exportorientierter Unternehmen mit einem hohen Geschäftsanteil in Europa mussten Einbußen hinnehmen.

Fast alle konnten ihre Verluste bis Handelsende aber wieder eingrenzen: Die Aktien des Elektronikkonzerns Sony schlossen kaum verändert, Canon verloren noch 0,4 Prozent, und der Roboter-Hersteller Fanuc ging mit minus 0,5 Prozent aus dem Handel. Die Investoren stießen allerdings massiv Papiere des Chipherstellers Elpida ab, der Medienberichten zufolge Staatshilfen erst verzögert zurückzahlen will. Der Kurs sackte um fast sechs Prozent ab.

„Alle halten ihr Geld zusammen und niemand ist bereit, ein Risiko einzugehen“, sagte Hajime Nakajima von Xosmo Securities. „In einer solchen Marktstimmung kann das Geld nirgendwohin fließen.“ Seiner Schätzung zufolge wird der Nikkei mit einem Stand bei 8300 Punkten ins neue Jahr gehen. Die Aktienmärkte in Südkorea, Taipeh und Singapur notierten kaum verändert. In Hongkong und Shanghai zeichnete sich keine einheitliche Tendenz ab.

Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone, will im Laufe des Tages bis zu 8,5 Milliarden Euro mit drei- und zehnjährigen Papieren einsammeln. Experten gingen im Vorfeld davon aus, dass die Nachfrage relativ gering ausfallen dürfte. Es ist das erste Mal, dass Italien seit dem jüngsten Geldsegen der Europäischen Zentralbank für Banken mit langfristigen Papieren an den Markt geht. Eine Auktion kurzfristiger Papiere bescherte den hoch verschuldeten Südeuropäern am Mittwoch relativ niedrige Finanzierungskosten.

Der Euro sank in Fernost auf rund 1,2930 Dollar nach 1,2935 Dollar im späten US-Geschäft. Geringe Handelsvolumina und ein deutliches Absinken hatten zeitweise automatische Verkäufe zum Eingrenzen der Verluste ausgelöst. Die Reaktion wurde durch die geringen Umsätze noch verstärkt.

Von

rtr

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