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12.04.2012

08:21 Uhr

Börse Tokio

Japanische Anleger bleiben vorsichtig

Die Tokioter Börse notiert erstmals seit einer Woche im Plus. Die Unsicherheit über die Euro-Krise sorgt für allerdings für Skepsis. Doch nicht nur das - auch der von Nordkorea geplante Raketenstart hielt die Investoren zurück.

Die Börse in Tokio. dapd

Die Börse in Tokio.

TokioLeicht nachlassende Sorgen vor einer Eskalation der Euro-Krise haben in Asien zumindest den Markt in Tokio belebt. So legte an der Leitbörse der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Donnerstag nach sieben Tagen im Minus um 0,7 Prozent auf 9525 Zähler zu. Der breiter gefasste Topix-Index verbuchte ein Plus von 0,5 Prozent auf 810 Stellen. In Südkorea ging der Kospi mit Verlusten von 0,4 Prozent aus dem Markt, während sich in Taiwan die Börse seitwärts bewegte.

Die Europäische Zentralbank hatte signalisiert, dem angeschlagenen Spanien im Notfall beizustehen. Ein Direktoriumsmitglied sagte, das Ausmaß des Drucks, den der Markt auf Spanien ausübe, sei nicht gerechtfertigt. Der Euro legte in Fernost zu. Die Gemeinschaftswährung stieg zwischenzeitlich auf 1,3158 Dollar, bevor sie wieder etwas nachgab auf 1,3118 Dollar. Weltweit sei eine Erleichterung zu verspüren gewesen, sagte Sebastian Galy von Societe General. „Aber das Ausmaß war begrenzt, und das deutet darauf hin, dass wir weiter in einer Achterbahn sitzen und noch nicht am Ende angelangt sind.“

Auch die Analysten von Barclays Capital warnten, die leichte Erholung könne sich als vorübergehend erweisen. Zudem bewerteten Experten wie Tetsuro Ii die Kursgewinne des Nikkei als technische Reaktion nach sieben Tagen mit rückläufigen Kursen. Bis die Berichtssaison die Aufmerksamkeit der Investoren in Anspruch nehme, werde die Lage im Euro-Raum die Entwicklung der Kurse bestimmen.

Die Investoren hielten sich außerdem wegen Nordkoreas geplantem Raketenstart zurück, sagte Masayuki Otani von Securities Japan. „Es ist nur natürlich, eine abwartende Haltung einzunehmen.“ Nordkorea will in Kürze eine Langstreckenrakete mit einem Satelliten ins All schießen. Japan und andere Staaten fürchten, dass es sich in Wirklichkeit um den Test einer Rakete handelt, die potenziell mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnte.

Zu den Gewinnern zählten überraschend die Papiere des Elektronikgiganten Sony, die nach anfänglichen Verlusten um gut 0,9 Prozent zulegten. Der Konzern präsentierte kurz nach Börsenschluss Pläne, die ihn wieder fit machen sollen. In New York war der Dow-Jones-Index der Standardwerte mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 12.805 Punkten aus dem Handel gegangen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1368 Punkten, ein Plus von 0,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 3016 Punkte.

Von

rtr

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