Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.10.2014

09:29 Uhr

Börse Tokio

Japans Notenbank drückt Börse ins Minus

Nach der Sitzung der japanischen Notenbank hat die Tokioter Börse mit Kursverlusten auf die skeptischen Äußerungen zur Konjunktur reagiert. Der Nikkei-Index schloss knapp 0,7 Prozent schwächer bei 15.783 Punkten.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio: Die Bank of Japan drückt die Börse ins Minus. ap

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio: Die Bank of Japan drückt die Börse ins Minus.

TokioDer japanische Aktienmarkt hat mit Kursverlusten auf skeptische Äußerungen der Notenbank zur Konjunktur reagiert. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss am Dienstag knapp 0,7 Prozent schwächer bei 15.783 Punkten. Zentralbank-Chef Haruhiko Kuroda erklärte, grundsätzlich bewertete er die wirtschaftliche Entwicklung zwar optimistisch. Er verwies aber zugleich darauf, dass die Mehrwertsteuererhöhung im April sich immer noch belastend auswirke. Zur Produktion gab die Bank von Japan eine etwas gedämpftere Einschätzung ab. Zugleich bekräftigte sie ihren äußerst lockeren geldpolitischen Kurs.

Weil sie keine zusätzlichen Schritte einleitete, büßten in Tokio insbesondere Banken- und Immobilienwerte ein. Gegen den Trend verteuerten sich die Aktien des Pharmaunternehmens Fujifilm Holdings. Sie stiegen nach einer erfolgreichen Behandlung einer französischen Ebola-Patientin mit dem Grippemittel des Konzerns um 2,7 Prozent.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans stieg um 0,3 Prozent. Die Börse in Hongkong legte den dritten Tag in Folge zu. Investoren zeigten sich erleichtert, dass die Proteste der Demokratiebewegung nach dem Einlenken der Demonstranten nicht erneut eskalierten.

Am Devisenmarkt büßte der Euro zur US-Währung 0,2 Prozent an Wert ein, nachdem die deutsche Industrie im August den stärksten Auftragsrückgang seit fünfeinhalb Jahren verbucht hatte. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,2623 Dollar.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×