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10.07.2012

09:06 Uhr

Börse Tokio

Konjunkturdaten belasten Asiens Aktienmärkte

Die Importstatistik aus China hat die Aktienkurse in Fernost gedrückt. Der Nikkei-Index in Tokio drehte daher im Verlauf ins Minus. Nun schauen die Akteure auf die Notenbank in Tokio.

Börsenanzeige in Tokio. Reuters

Börsenanzeige in Tokio.

TokioEnttäuschende Wirtschaftsdaten aus China haben am Dienstag die Stimmung an den Aktienmärkten in Fernost getrübt. Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Tokioter Börse ins Minus, als die japanischen Anleger mit den chinesischen Importstatistiken konfrontiert wurden. Die geringer als erwartet ausgefallenen Einfuhren der Volksrepublik schürten Sorgen, dass Asiens Wachstumsmotor immer mehr ins Stottern gerät. Allein die vage Hoffnung auf neue Konjunkturmaßnahmen wichtiger Zentralbanken weltweit hielt die Verluste in Grenzen. Der japanische Elektronikkonzern Nikon fiel bei den Anlegern in Ungnade, weil sich der US-Chipriese Intel am Nikon-Konkurrenten ASML beteiligt.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,4 Prozent im Minus bei 8857 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,7 Prozent auf 758 Punkte. Auch an den Aktienmärkten in Taiwan und Südkorea ging es bergab, die Börse in Hongkong trat auf der Stelle. Einzig die Märkte in Shanghai und Singapur konnten sich gegen den Abwärtstrend stemmen. In Singapur trieben vor allem Kursgewinne des Palmölkonzerns Golden Agri-Resources den Leitindex nach oben.
Die chinesischen Importe legten im Juni 6,3 Prozent zu - rund die Hälfte dessen, was Experten prognostiziert hatten. "Die Zahlen zeigen, dass die Nachfrage in China möglicherweise geringer ist als viele Leute denken", sagte Masaru Hamasaki von Toyota Asset Management. Pessimistisch äußerte sich auch Hisashi Kuroda von Meiji Yasuda Asset: Die Weltwirtschaft schwäche sich eindeutig ab und es herrschten Zweifel, ob China ohne Konjunkturmaßnahmen neuen Schwung gewinnt. "Ich hoffe, Japan und die USA können sich durchwursteln, aber ich bin nicht ganz davon überzeugt." Diese Zweifel an Japan wurden noch im Handelsverlauf untermauert, als die Regierung einen Rückgang des ohnehin schon schwachen Verbrauchervertrauens im Juni vermeldete.

Der Tag an den Märkten (Stand 09:30 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Vom Treffen der Euro-Finanzminister zeigten sich die asiatischen Märkte weitgehend unbeeindruckt, auch wenn sich Wolfgang Schäuble und seine Kollegen auf Eckpunkte der Bankenhilfen für Spanien einigen konnten. "Auf dem Treffen gab es nicht viel Neues", sagte Toyota-Investmentstratege Hamasaki. "Aber immerhin machen sie Fortschritte, wenn auch langsam."
Impulse erhofften sich die Anleger eher von der EZB, deren Präsident Mario Draghi am Montag die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen offengelassen hatte. Der erwartungsvolle Blick der Investoren richtete sich aber zunächst auf Japan, wo die Notenbank am Mittwoch und Donnerstag zu ihrer geldpolitischen Sitzung zusammentreten sollte.
Im schwachen Tokioter Aktienmarkt ging es für Nikon besonders steil abwärts. Der Kurs des Elektronikkonzerns stürzte gut sieben Prozent in die Tiefe, nachdem der US-Chipkonzern Intel seinen Einstieg beim Nikon-Rivalen ASML verkündet hatte. ASML treibt ein spezielles Chip-Produktionsverfahren voran, in dem Nikon bisher wenig Fortschritte erzielen konnte.
Auf der Verkaufsliste besonders vieler Anleger standen auch die Papiere von Sharp, die um 4,2 Prozent nachgaben. Der Elektronikkonzern hatte zuvor eine außergerichtliche Einigung mit Dell bei seinem TFT-Digital-Geschäft bekanntgegeben, die die Börsianer nicht beeindruckte.

Von

rtr

Kommentare (6)

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SlingShot

10.07.2012, 05:04 Uhr

all diese 'positiven' Nachrichten werden sich innerhalb 24 Stunden in heisse Luft aufloesen.
Solange die PFIIGS nicht anfangen ihre Defizite unter Kontrolle zu bekommen, ist der Baer richtungsweisend fuer die Finanzmaerkte.

Tomate

10.07.2012, 06:10 Uhr

Hoffentlich steigt der Dax heute um 50 Punkte dann kann man sich wieder billiger mit Short Puts eindecken.
Die Halbwertszeit von Beschlüssen und Bestrebungen aus dem €uroRaum ist mittlerweile ja bekannt.

Account gelöscht!

10.07.2012, 06:31 Uhr

nach diesen schlechten China-Import Daten (starker Rückgang) würde mich wundern, wenn er heute überhaupt noch steigt...

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