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15.04.2013

08:28 Uhr

Börse Tokio

Konjunkturdaten belasten Asiens Märkte

Die Weltwirtschaft bereitet den Anlegern in ganz Asien Sorgen und die schwachen Aussichten für China drücken zusätzlich auf die Stimmung. Der japanische Leitindex Nikkei schloss mit einem deutlichen Minus.

Schwache Konjunkturaussichten belasten Asiens Börsen. dpa

Schwache Konjunkturaussichten belasten Asiens Börsen.

TokioEin unerwartet schwaches Wirtschaftswachstum in China hat die Börsen in Asien am Montag belastet. Die Investoren sehen den geringeren Anstieg der Wirtschaftsleistung als Anzeichen dafür, dass die weltweite Erholung an Schwung verliert, zumal auch aus den USA zuletzt enttäuschende Konjunkturdaten gekommen waren.

„Wir haben Verkäufe auf breiter Front, weil die Investoren die Erholung etwas skeptischer beurteilen, welche die Märkte in den vergangenen Monaten beflügelt hat“, sagte Stan Shamu, Marktstratege bei IG Markets in Sydney. „Viele Leute sehen die schwachen Konjunkturdaten aber auch als Entschuldigung dafür, aus dem Markt zu gehen und Gewinne mitzunehmen.“

Die Woche an den Märkten

Montag

Gleich zum Wochenauftakt schauen die Börsianer weltweit auf Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal. Für Europa werden keine Quartalszahlen erwartet, in den USA steht jedoch der Empire-State-Manufacturing-Index zur Veröffentlichung an. Geschäftszahlen kommen von Bancfirst, Charles Schwab und Citigroup.

Dienstag

Am Dienstag dürften die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung für Deutschland und den Rest der Euro-Zone den Handel bestimmen. Daten kommen auch aus Großbritannien, wo Anleger gespannt auf die schwächelnde Konjunktur blicken. Am Nachmittag stehen die US-Daten zur Industrieproduktion im März im Mittelpunkt. Quartalszahlen präsentieren Cenit, Danone, Ifa Systems, LVMH, Rio Tinto, Sixt und in den USA Coca-Cola, Goldman Sachs, Intel, Johnson & Johnson, Northern Trust, U.S. Bancorp und Yahoo.

Mittwoch

Aus Japan kommen Daten zum Verbrauchervertrauen, aus Großbritannien folgen Arbeitslosenzahlen. Quartalszahlen veröffentlichen BHP Billiton, HCI Capital, Tesco, Wirecard, Abbott Laboratories, American Express, Bank of America, Ebay, Mattel und die Bank of New York Mellon.

Donnerstag

Die Deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute veröffentliche ihr Frühjahrsgutachten. In den USA richtet sich er Blick dagegen auf den Philadelphia-Fed-Index, der Aufschluss über den Zustand im ganzen Land geben soll. Quartalszahlen kommen von BB Biotech, Carrefour, Colonia Real EstateLoreal, Nestlé, Nokia, TAG Immobilien, AMD, Google, Microsoft, Philip Morris, Union Pacific, und Verizon.

Freitag

Am Freitag werden vorwiegend europäische Daten veröffentlicht: Die deutschen Erzeugerpreise und die Leistungsbilanz. Ihre Bücher öffnen SAP, First Horizon, General Electric, Honeywell, Kimberly Clark, McDonald's, Rockwell, Schlumberger, State Street und Suntrust. Der Energieversorger RWE zahlt seine Dividende an die Aktionäre aus.

Der MSCI-Index für die asiatischen Märkte außerhalb Japans gab 0,9 Prozent nach. Dabei verlor die Börse in Shanghai ein Prozent, die Börse in Hongkong 1,4 Prozent. In Tokio schloss der Leitindex Nikkei 1,55 Prozent im Minus bei 13.275 Punkten, der breiter gefasste Topix 1,27 Prozent schwächer bei 1133 Punkten. Besonders Exportwerte standen auf der Verkaufsliste: Die Aktien von Toyota gaben 2,1 Prozent nach, die Honda-Papiere verloren 1,7 Prozent.

China ist ein besonders wichtiger Absatzmarkt für japanische Unternehmen. Doch zu Jahresbeginn hat sich das Wachstum in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft abgeschwächt, die Wirtschaftsleistung legte verglichen mit dem Vorjahrsquartal nur noch um 7,7 Prozent zu - Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg um acht Prozent gerechnet. Auch die Industrieproduktion schwächelte. Lediglich die Einzelhandelsumsätze stiegen stärker als erwartet.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Auch in den USA, der weltweit größten Volkswirtschaft, blieben Konjunkturdaten zuletzt hintern den Erwartungen zurück. So setzten die Einzelhändler überraschend weniger um. Das schickte den Dollar zeitweise auf Talfahrt. Am Montag legte er zum Yen wieder zu. Die US-Regierung hatte zuvor erklärt, sie werde genau darauf achten, dass die japanische Geldpolitik - wie zugesichert - nicht auf eine Schwächung des Yen abziele.

Die japanische Notenbank hatte zuletzt die Geldschleusen so weit geöffnet wie nie, um dem Land aus der seit Jahrzehnten anhaltenden Abwärtsspirale bei Löhnen und Preisen zu helfen. "So lange die Yen-Schwäche ein Ergebnis der Maßnahmen der japanischen Regierung ist, die Deflation zu bekämpfen, können die USA wenig sagen, weil Japan nicht am Devisenmarkt interveniert, um seine Währung zu schwächen, wie es vielleicht andere Länder tun mögen", sagte Daisuke Karakama von der Mizuho Corporate Bank.

Von

rtr

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