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11.07.2011

08:37 Uhr

Börse Tokio

Konjunktursorgen belasten Asien-Börsen

Schwache US-Arbeitsmarktzahlen, hohe Inflationsdaten aus China und die Euro-Schuldenkrise haben Anleger in Asien die Laune verdorben. Nikkei und Topix schlossen schwächer. Vor allem Banktitel gaben nach.

Die Börse in Tokio Quelle: dapd

Die Börse in Tokio

Hongkong/TokioDie asiatischen Aktienmärkte haben am Montag wegen anhaltender Konjunktursorgen Verluste erlitten. Händler verwiesen auf die schwachen Arbeitsmarktzahlen in den USA vom Freitag sowie unerwartet hohe Inflationsdaten aus China vom Samstag. Die Euro-Schuldenkrise drückte zusätzlich auf die Stimmung und sorgte vor allem bei Bankentiteln für Kursverluste. Bei den Devisen verlor der Euro an Wert, weil Investoren nun auch ein Ausweiten der Schuldenkrise auf Italien befürchteten. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit 0,7 Prozent im Minus bei 10.069 Punkten.
Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,5 Prozent auf 870 Zähler. Deutliche Verluste gab es auch in Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea. Dagegen tendierte der Leitindex in Shanghai leicht im Plus.

Angesichts der Kursgewinne der vergangenen Woche erklärten Händler, dass einige Anleger in Japan wohl auch Gewinne mitgenommen hätten. Analysten hatten mit einer leichten Konsolidierung gerechnet. Charttechnisch gilt der Markt kurzfristig als etwas überhitzt, lag doch der Nikkei-Index mehr als fünf Prozent über dem gleitenden 25-Tages-Durchschnitt von 9649 Punkten.

In den USA ist die Arbeitslosenquote im Juni völlig überraschend angestiegen und hat die Furcht vor einer neuen Rezession geweckt. An der Wall Street waren daraufhin die Kurse eingebrochen. In China kletterte zudem die Inflation trotz aller Bremsversuche auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbank abermals eingreift und die Zinsen erhöht. In Europa wurden zudem Befürchtungen laut, dass nun Italien in den Sog der Verschuldungskrise geraten könnte. Dies führte bei japanischen Banken zu Kursverlusten: Mitsubishi UFJ Financial verlor 1,5 Prozent an Wert.

Nach Angaben aus EU-Kreisen berief EU-Ratspräsident Herman van Rompuy für Montagmorgen ein Krisentreffen ein. An der Sondersitzung nehmen EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, EU-Währungskommissar Olli Rehn sowie EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso teil, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr. Auf der Tagesordnung stehe neben Italien auch ein zweites Rettungspaket für Griechenland. Der Euro verlor im asiatischen Handel auf 1,4196 Dollar nach 1,4267 im späten US-Handel vom Freitag. Zum Yen notierte der Euro bei 114,65 Yen.

Von

rtr

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