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06.02.2013

07:31 Uhr

Börse Tokio

Kursfeuerwerk am japanischen Aktienmarkt

Fast vier Prozent jagen die Aktien im Nikkei-Index hoch. Mehr als 200 Papiere liegen im Plus, manche verbuchen zweistellige Gewinne bis zu 17 Prozent. Auch Börsenschwergewicht Toyota legt kräftig zu.

Eine Börsen-Anzeigentafel in Tokio. Reuters

Eine Börsen-Anzeigentafel in Tokio.

TokioDer japanische Aktienmarkt hat am Mittwoch so deutlich wie schon lange nicht mehr zugelegt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss knapp vier Prozent höher bei 11,463.75 Punkten. Das ist das höchste Niveau seit September 2008, also seit Beginn der Finanzkrise.

Nikkei-Index: Die zehn besten Tage an Japans Aktienmarkt

Rasanter Kursanstieg

Vier Prozent an einem Tag - das ist ungewöhnlich viel für den Nikkei-Index, der immerhin 225 Werte umfasst. Doch es gab noch viel bessere Tage. Die Hitliste.

Platz 1

14. Okt. 2008     9.447,57               1.171,14 Punkte               14,15 Prozent

Platz 2

2. Okt. 1990       22.898,41            2.676,55 Punkte               13,24 Prozent

Platz 3

15. Dez. 1949     109,62       11,12 Punkte                   11,29 Prozent

Platz 4

30. Okt. 2008     9.029,76               817,86 Punkte   9,96 Prozent

Platz 5

21. Okt. 1987     23.947,40            2.037,32 Punkte               9,30 Prozent

Platz 6

17. Nov. 1997    16.283,32            1.200,80 Punkte               7,96 Prozent

Platz 7

31. Jan. 1994      20.229,12            1.471,24 Punkte               7,84 Prozent

Platz 8

29. Okt. 2008     8.211,90               589,98 Punkte   7,74 Prozent

Platz 9

10. Apr. 1992     17.850,66            1.252,51 Punkte               7,55 Prozent

Platz 10

21. Mär. 2001    13.103,94            912,97 Punkte   7,49 Prozent

Mehr als 200 der 225 Werte im Nikkei-Index verbuchten Kursgewinne. Toyo Seikan lag sogar am Ende knapp 17 Prozent im Plus, Mitsubishi Heavy und Mitsubishi Engine & Shipbuilding legten mehr als 10 Prozent zu. Einer der großen Gewinner war der auch Autohersteller Toyota. Dessen Papiere stiegen zeitweise um mehr als sechs Prozent, nachdem der Konzern sein Gewinnziel kräftig nach oben geschraubt hatte.

Am Dienstag hatte die japanische Börse noch deutlich nachgegeben. Skeptiker hatten bereits ein Ende der Rally befürchtet. Diese Prognosen straften die Akteure heute mit der fulminanten Wende Lügen.

Yen-Verfall: Wie tief sinkt Japans Währung noch?

Gradmesser

Für die Aktienmärkte ist der Yen-Kurs gegenüber dem Dollar ein Gradmesser für die Abwertung der Landeswährung. 2012 fiel der Yen 15 Prozent gegenüber zehn großen Weltwährungen - so viel wie seit 1979 nicht mehr. Dies ergibt sich aus einem Bloomberg-Index.

Kurs

Die Notierung erfolgt in Yen pro Dollar, etwa: 85 Yen. Wenn dieser Wert steigt, etwa auf 90 Yen, steigt der Wert der US-Währung, und es sinkt der Wert der japanischen Währung.

Neue Regierung

Die neue japanische Regierung will die Konjunktur ankurbeln. Dafür nutzt sie alle Hebel. Einer davon ist auch die Schwächung der Währung. 2012 fiel der Yen um 11 Prozent gegenüber dem Dollar - so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Fiskalpolitik

Die japanische Regierung hat ein enormes Konjunkturpaket im Volumen von 20,2 Billionen Yen (173 Milliarden Euro) abgesegnet. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 Arbeitsplätze verspricht sich Regierungschef Shinzo Abe davon.

Geldpolitik

Ministerpräsidenten Shinzo Abe drängt die Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern und so die Fiskalpolitik zu flankieren. Die Zeitung Nikkei zitierte Abe mit den Worten, Japan habe wegen des starken Yen seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Er wolle, dass die Notenbank sich auch für ein Maximum an Beschäftigung in Japan verantwortlich fühle.

Wirtschaft schrumpft

Das Bruttoinlandsprodukt in Japan ist auf Jahresbasis im dritten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft. Ökonomen erwarten, dass es im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent zurückgegangen ist.

Die Wende

Für das erste Quartal 2013 erwarten Ökonomen wieder ein Wachstum von 1,6 Prozent in Japan.

Währungsverfall

Die Konjunkturschwäche geht mit einem Wertverfall der Währung einher. Anfang 2013 liegt der Dollar gegenüber mit fast 90 Yen auf dem höchsten Niveau seit Juni 2010, also seit mehr als zweieinhalb Jahren. Gegenüber dem Euro markiert der Yen die niedrigsten Kurse seit Mai 2011, also seit mehr als anderthalb Jahren.

Yen-Prognosen

Die Banken rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Yen. Damit liegen sie auf einer Linie mit der Regierung, die genau dies fördern will durch ihre Fiskalpolitik.

Wo Banken den Yen sehen

Morgan Stanley erklärte in einer Analyse, der Dollar könne gegenüber der japanischen Währung noch auf 100 Yen steigen in diesem Jahr. Societe Generale nennt ein Kursziel von 97 Yen bis Jahresende. Bisher ging die Bank von 87 Yen aus. Citibank glaubt, dass der Dollar bis Ende März auf 90 Yen steigt. Zuvor war die Bank von 87 Yen ausgegangen.

Welchen Yen-Kurs die Exporteure wünschen

Die Exportwirtschaft verweist darauf, dass die japanische Währung noch immer 13 Prozent über seinem Zehnjahres-Durchschnitt liegt. Dieser liegt gegenüber dem Dollar bei 101 Yen. Die Industrie in Japan wünscht sich einen Dollarkurs zwischen 90 and 100 Yen. Das sagt, Hiroshi Tomono, Präsident von Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp.

Treiber für Export-Aktien

Die fortgesetzte Yen-Abwertung gegenüber den großen Währungen der Welt hilft vor allem den japanischen Exporteuren. Deren Aktien profitieren daher regelmäßig besonders stark, wenn der Yen an Wert verliert.

Rekorde an der Börse

Das Börsenbarometer Nikkei-Index marschiert im Januar von Rekord zu Rekord. Inzwischen liegen die Aktienkurse auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren.

 

Ursache für die Kursrally ist erneut die Währung des Landes. Der Yen fiel weiter gegenüber der US-Währung. Ein Dollar kostete zeitweise 93,90 Yen. Damit nähert sich dieses stark beachtete Währungsverhältnis weiter der Zielmarke der Regierung. Diese liegt bei etwa 100 Yen für einen Dollar. Japan will durch eine gezielte Schwächung seiner Währung den Export fördern. Das treibt Aktien seit Wochen in die Höhe.

Zentralbankgouverneur Shirakawa hatte am Vortag überraschend bekanntgegeben, gemeinsam mit zwei Stellvertretern sein Amt bereits am 19. März niederzulegen. Eigentlich war der Abgang erst am 8. April vorgesehen. Anleger rechnen damit, dass die neue Führung der Zentralbank den Wünschen der neuen japanischen Regierung nach einer noch deutlich aggressiveren Öffnung der Geldschleusen folgen wird. Dementsprechend reagierte der Yen mit einem starken Verlust.

Am Dienstag hatten die Börsen in den USA und Europa nach einem Kurseinbruch zu Wochenbeginn wieder zugelegt. An der Wall Street legte der Dow-Jones der 30 Standardwerte 0,7 Prozent auf 13.979 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 rückte rund ein Prozent auf 1511 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,3 Prozent auf 3171 Punkte.

Wie der Wall-Street Handel lief

Video: Wie der Wall-Street Handel lief

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Von

rtr

Kommentare (1)

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Bankster

06.02.2013, 11:22 Uhr

Yes !!!
Eine neue Spielwiese für Banker und Fondmanager. Wegen schwacher Währung hat der Investor bei steigender Kurse zwar nichts aber die Provisionen und Bonis fliessen denn schliesslich nur die Performance zählt.

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