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13.06.2013

08:40 Uhr

Börse Tokio

Kurssturz am japanischen Aktienmarkt

Der Nikkei-Index verliert mehr als sechs Prozent. Damit fiel das Marktbarometer in Japan auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Hauptgrund: Der steigende Yen lähmt die Kauflust der Aktien-Anleger.

An der Börse in Tokio. dpa

An der Börse in Tokio.

TokioDie anhaltende Ungewissheit über die US-Geldpolitik hat am Donnerstag Asiens Börsen tief in den Keller geschickt. Besonders hoch waren die Kursverluste in Japan, wo der Nikkei-Index der 225 führenden Werte um 6,4 Prozent abstürzte und mit 12.445 Punkten schloss. Das ist das tiefste Niveau seit zwei Monaten.

Für große Unruhe an den Märkten sorgt bereits seit einigen Wochen die Frage, wann die US-Notenbank Fed ihre Konjunkturhilfen zurückfahren wird. Dies setzt auch den Dollar unter Druck, der zur japanischen Währung deutlich auf 94,10 Yen absackte. Beschleunigt wurde der Börsenrutsch in Fernost durch einige Hedgefonds, die vor dem Ende des ersten Halbjahres Portfoliowerte verkauften, um Kasse zu machen.

Der japanische Zentralbankchef Haruhiko Kuroda zeigte sich nach einem Treffen mit Ministerpräsident Shinzo Abe trotz der jüngsten drastischen Schwankungen überzeugt, dass sich die Finanzmärkte im Zuge einer Erholung der Konjunktur schrittweise wieder beruhigten.

Kuroda und Abe wollen mit meiner massiven Geldschwemme die Deflation überwinden und die Wirtschaft in Schwung bringen. Kritiker befürchten jedoch, dass der Effekt der drastischen Lockerung der Geldpolitik verpufft und es stattdessen zur Bildung einer neuen Blase kommt.

Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte gut zwei Prozent schwächer. Investoren setzen ihre Hoffnungen auf die nächste Sitzung der Fed am Dienstag und Mittwoch, die mehr Klarheit über die künftige Geldpolitik bringen soll.

Bis dahin dürften die Märkte ausgesprochen volatil bleiben, prognostizierte Yuji Saito von Credit Agricole in Tokio. Portfoliomanager Yasuo Sakuma von Bayview Asset Management sagte: "Wenn die Fed erst einmal eine Drosselung ihres Stimulus beschlossen und angekündigt hat, wird der Markt wahrscheinlich fallen, seinen Boden finden und dann wieder zulegen."

In Tokio gerieten wegen der Kursgewinne des Yen vor allem Exportwerte unter die Räder. Toyota verloren 4,6 Prozent, Panasonic vier Prozent und Komatsu fünf Prozent.

Von

rtr

Kommentare (2)

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OhaioGozeimas

13.06.2013, 10:45 Uhr

Das wären für ausländische Investoren sonst ja bereits 7% Gewinn mit Japan-Aktien nur durch den steigenden Yen. Klar dass darum die Börse 7% im Ausgleich fallen muss. Die japanische Notenbank wäre ja dumm, wenn sie ihre Aktionen nicht absicherte. :-)

Bei steigendem Wechselkurs short sein auf Papiere, bei (selbst gemacht) fallendem Wechsekurs long, nennt sich Zwischenfinanzierung.

rs.depot.de

13.06.2013, 11:11 Uhr

Selbst nach diesen Verlusten liegt der Nikkei noch fast 45% über seinen Stand vor einem Jahr. Ob dieser Rücksetzer eine Trendwende einleitet wird man erst in ein paar Tagen sehen. Werde die Trigger-Signale des Trendfolgemodells dann publizieren. rs-depot.de

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