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13.12.2011

07:52 Uhr

Börse Tokio

Neue Sorgen um Euro-Krise setzen Börsen in Asien zu

Die Euro-Sorgen sind zurück: Zweifel an Europas Strategie zur Krisenbewältigung haben am Dienstag die Börsenkurse in Asien tief ins Minus gedrückt. Zuvor hatte bereits die Wall Street schwere Verluste verbucht.

Neue Sorgen setzen Tokioter Börse zu. Reuters

Neue Sorgen setzen Tokioter Börse zu.

TokioAuch an den asiatischen Aktienmärkten ist die erste Erleichterung über die Beschlüsse des EU-Gipfels verflogen. Die Börsen in Fernost folgten am Dienstag der Wall Street ins Minus. Die Sorge setzte sich durch, dass die am Freitag angekündigten Schritte nicht genügen, um die Finanzmärkte zu beruhigen. „Auch wenn es Hoffnungen gab, dass sich Europa nach dem Gipfel stabilisieren würde, sehen wir eine neue Verunsicherung, weil Moody's, Standard & Poor's sowie Fitch Warnungen ausgesprochen haben“, sagte Analyst Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities. Zusätzlich habe die Talfahrt der Intel-Aktie die Wall Street belastet, die auf vielen Werten aus der Chip-Branche lastete.

„Es gibt einfach keinen Grund, derzeit Aktien zu kaufen - vielleicht abgesehen davon, dass japanische Aktien relativ günstig sind“, sagte Hiroaki Kuramochi von Mita Securities. Anleger fürchteten eine Massenherabstufung europäischer Länder durch die Rating-Agenturen. Die Investoren blickten zudem mit Spannung auf die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Die Währungshüter werden ihre Geldpolitik zwar nach Einschätzung der meisten Beobachter bei ihrer geldpolitischen Sitzung am Dienstag unverändert lassen, könnten jedoch eine weitere Lockerung für das kommende Jahr signalisieren.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 1,2 Prozent auf 8552 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,8 Prozent auf 740 Zähler nach. Auch die übrigen asiatischen Börsen notierten im Minus. Besonders deutlich ging es an der Börse in Südkorea mit einem Abschlag von knapp zwei Prozent nach unten. Die Märkte in Taiwan, Singapur, Hongkong und Shanghai büßten jeweils rund ein Prozent ein. Der Euro stagnierte nach den herben Verlusten am Vortag. Die Gemeinschaftswährung pendelte um 1,3190 Dollar.

In Tokio fielen die Papiere des Chip-Maschinen-Herstellers Advantest im Sog des Intel -Abstiegs knapp drei Prozent. Auch mit Ibiden und Shinko Electric Industries ging es leicht abwärts. Zu den Verlierern gehörten auch Autowerte, angeführt von Honda mit einem Abschlag von knapp drei Prozent. Hier machten sich die Börsianer Sorgen über die Folgen der Überschwemmungen in Thailand, nachdem Toyota aus diesem Grund in der vergangenen Woche seine Gewinnprognose halbierte. Erneut standen auch die Olympus-Aktien im Mittelpunkt: Externe Buchprüfer werden einem Medienbericht zufolge die Bilanz vom zweiten Geschäftsquartal zu Ende September billigen. Dies würde die Chancen auf den Erhalt der Börsennotierung erhöhen. Die Aktie stieg gegen den Trend mehr als fünf Prozent.

Von

rtr

Kommentare (4)

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IchSchonWieder

13.12.2011, 07:44 Uhr

Der permanente Kapitaltransfer von Süden nach Norden über die Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite wird mit Sicherheit zu politischer Unruhen innerhalb der Eurozone führen.
Automatische Sanktionen, wie immer wieder von Merkel verlangt, würden diesen Kapitaltransfer nur noch vergrößern.
Wichtig und richtig wären Vertragsänderungen die diese Leistungsbilanzungleichgewichte verhindern, damit die schwächere Wirtschaften nicht von den stärkeren erstickt werden. (wegen der Freihandelszone)
Diese Änderungen wären im Interesse Europas und folglich auch langfristig im Interesse Deutschland.
Solange aber die Merkozy das Sagen haben wird genau in die entgegen und falsche Richtung hingearbeitet.

wat_geht

13.12.2011, 09:58 Uhr

Innerhalb einer Währungszone kann man Leistungsbilanzunterschiede nur mit Transfers ausgleichen. Leistungen=Produktivitätsunterschiede kann man nicht verhindern. Wenn das ginge, müsste man Wirtschaften und Menschen gleichschalten.

IchSchonWieder

14.12.2011, 08:27 Uhr

@ wat_geht,
ist ja richtig, das wollen aber die Deutsche nicht.
Also muss man so was wie eine Überschussbremse beschliessen, genau so wie die Schuldenbremse.

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