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07.04.2015

09:21 Uhr

Börse Tokio

Niedrigzinsen in USA beflügeln Nikkei

Nachdem am Vortag die Furcht vor dem Ende der Niedrigzinsen in den USA umging, hat die Erleichterung über eine Fortsetzung der Zinspolitik die Börse in Tokio angeschoben. Der Nikkei schließt um 1,3 Prozent fester.

Mitarbeiter der Börse Tokio an ihren Schreibtischen. dpa

Mitarbeiter der Börse Tokio an ihren Schreibtischen.

TokioDie Aussicht auf anhaltend niedrige Zinsen in den USA hat am Dienstag die Aktienmärkte in Fernost beflügelt. Schon an der Wall Street hatte der überraschend schwach ausgefallene Arbeitsmarktbericht die Erwartung genährt, dass sich die Federal Reserve mit ihrer Zinswende etwas mehr Zeit lassen könnte. Die US-Wirtschaft schuf im März nur halb so viele Jobs wie erwartet und so wenige wie seit über einem Jahr nicht mehr. Die Fed will nun die Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt kritisch in Blick behalten. Auch März-Daten vom US-Dienstleistungssektor deuteten auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,3 Prozent fester auf einem Stand von 19.640 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans tendierte 0,4 Prozent im Plus. Auch hier folgten die Börsen den positiven Vorgaben aus New York. In China gab zudem die bevorstehende Bilanzsaison dem Aktienhandel Auftrieb.

Was treibt die Börsen auf Rekordhoch?

Geldschwemme

Die wichtigste Triebfeder des Börsenbooms ist die Geldflut der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre ohnehin lockere Geldpolitik sogar nochmals dramatisch ausgeweitet: Seit 9. März kaufen die Währungshüter monatlich Vermögenswerte in Höhe von 60 Milliarden Euro. Ein Großteil des vielen Geldes fließt in Aktien.

Anlagenotstand

Weil die EZB gleichzeitig den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt hat, herrscht Anlagenotstand: Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und Anleihen bringen kaum noch Renditen. Das treibt Anleger in riskantere Investitionen wie Aktien, aber auch in Immobilien.

Euroschwäche

Der Euro ist durch die Geldpolitik auf Talfahrt. Das hilft der Exportwirtschaft, weil deutsche Waren dadurch im Ausland günstiger werden. Aktien internationaler Unternehmen profitieren.

Unternehmensgewinne

Deutschlands Börsenschwergewichte haben schon 2014 glänzend verdient - trotz internationaler Krisen. Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung EY stieg der operative Gewinn der ersten 15 Dax-Konzerne, die Zahlen für 2014 vorlegten, um fast ein Viertel.

US-Rohöl verlor 0,8 Prozent auf 51,70 Dollar je Barrel und gab damit einen Teil der deutlichen Gewinne vom Vortag ab. Im Zuge des Durchbruchs im Atomstreit mit dem Iran standen die künftigen Lieferungen des Landes im Fokus der Ölmärkte.

Im Aktiengeschäft dominierte dagegen die US-Geldpolitik das Geschehen. „Der Markt ist erleichtert, nachdem es so aussieht, dass die Notenbank die Zinsen angesichts der noch fragilen Konjunkturerholung auf kurze Sicht nicht anheben wird“, sagte Nobuhiko Kuramochi von der Finanzfirma Mizuho Securities.

Exportwerte profitierten von der guten Stimmung. So legten Toyota und Nissan um jeweils rund ein Prozent zu. Auch Banktitel waren besonders gefragt: Mitsubishi UFJ Financial schlossen mit einem Aufschlag von drei Prozent, Sumitomo Mitsui Financial gewannen 1,3 Prozent.

Von

rtr

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