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22.08.2011

09:14 Uhr

Börse Tokio

Nikkei auf Fünf-Monatstief

Japans Aktienmarkt ist mit Verlusten in die Woche gestartet. Anleger fürchten ein Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession sowie ein Übergreifen der Schuldenkrise auf das Bankensystem. China bleibt bei seiner straffen Geldpolitik.

Die japanische Regierung hat eine weitere Intervention auf dem Devisenmarkt angedeutet. dpa

Die japanische Regierung hat eine weitere Intervention auf dem Devisenmarkt angedeutet.

Tokio Die Börsen in Fernost sind mit Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Der Tokioter Aktienmarkt schloss am Montag so schwach wie seit fünf Monaten nicht mehr. Vielerorts gaben die wichtigsten Indizes mehr als ein Prozent nach. Vor allem die Befürchtung, die US-Wirtschaft könnte in eine Rezession abgleiten, machte den Anlegern schwer zu schaffen. Nur vorübergehend konnte die Aussicht auf eine weitere Intervention Japans am Devisenmarkt die Stimmung etwas aufhellen. Der starke Yen droht die Gewinne japanischer Exportunternehmen zu schmälern. Nicht zuletzt deshalb wurden Titel wie Toyota und Nikon am Montag abgestraft.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio gut ein Prozent im Minus bei 8628 Zählern - so tief wie seit Mitte März nicht mehr. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,2 Prozent auf 742 Punkte. Auch die Börsen in Singapur , Taiwan , Hongkong und Shanghai mussten Federn lassen. Besonders steil abwärtsging es in Korea , wo das Börsenbarometer fast zwei Prozent verlor.

Der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda hatte wegen des Yen-Höhenflugs eine weitere Intervention am Devisenmarkt angedeutet: „Wir schließen keine Schritte aus und werden notfalls entschieden handeln.“ Die Regierung werde die Märkte noch genauer beobachten, um gegen spekulatives Handeln vorgehen zu können, sagte der Minister.

Japan hatte bereits Anfang des Monats am Devisenmarkt interveniert, um die Aufwertung seiner Währung unter Kontrolle zu bringen. Der Yen gab daraufhin aber nur kurzweilig nach. Am Freitag erreichte die japanische Währung mit 75,95 Yen zum Dollar ein Rekordhoch. Am Montag wurden 76,70 Yen notiert. Unter dem hohen Wechselkurs leiden japanische Exporteure, weil sich ihre Waren dadurch verteuern.

Auf dem Parkett zu spüren bekam dies der Autohersteller Toyota , dessen Anteilsscheine 2,5 Prozent niedriger schlossen. Auch der Kameraproduzent Canon stand mit einem Minus von 0,9 Prozent nicht gut da. Dem Rivalen Nikon erging es nicht besser: Auch hier gingen die Papiere 0,9 Prozent leichter aus dem Handel.

Viele Investoren warteten zudem vor einer Rede von Fed-Chef Ben Bernanke ab, sagten Analysten. Von seinen Äußerungen am Freitag beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole erhofften sie sich Hinweise darauf, ob eine weitere Lockerung der Geldpolitik zu erwarten ist.

Von

rtr

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