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19.12.2012

06:15 Uhr

Börse Tokio

Nikkei durchbricht die 10.000-Punkte-Marke

In Tokio setzt sich die gute Stimmung fort. Der japanische Leitindex steigt erneut um mehr als ein Prozent. Die Akteure freuen sich auf die nächste Öffnung der Geldschleusen.

Ein Mitarbeiter der Börse Tokio am seinem Arbeitsplatz. dpa

Ein Mitarbeiter der Börse Tokio am seinem Arbeitsplatz.

TokioDer japanische Aktienmarkt hat am Mittwoch deutliche Gewinne verzeichnet. Händler verwiesen auf die erwartete zusätzliche Lockerung der Geldpolitik durch die Notenbank und die jüngste Annäherung im US-Haushaltsstreit. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte erstmals seit acht Monaten über die Schwelle von 10.000 Punkten und tendierte im frühen Nachmittagshandel 1,6 Prozent fester bei 10.082 Stellen. In der Spitze erreichte der Index sogar 10.101 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,2 Prozent auf 835 Zähler.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Nach dem Wahlsieg der auf eine aggressive Geldpolitik dringenden Konservativen werden die Geldschleusen in Japan wahrscheinlich am Donnerstag weiter geöffnet, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hatte. Zudem erwäge die Notenbank, spätestens im Januar ein Inflationsziel von zwei Prozent festzusetzen - so wie es dem angehenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe vorschwebt.

Beflügelt wurden diese Spekulationen durch die japanischen Exporte. Diese sind im November den sechsten Monat in Folge gesunken. Das Minus belief sich im Vergleich zum Vorjahr auf 4,1 Prozent, wie das japanischen Finanzministerium am Mittwoch mitteilte.

Börse Frankfurt am Abend

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Analysten hatten mit einem noch größeren Rückgang von 5,4 Prozent gerechnet. Im Oktober waren die Exporte um 6,5 Prozent geschrumpft. Die schwachen Handelsdaten dürften den Druck auf die japanische Notenbank erhöhen, den Geldhahn noch weiter aufzudrehen.

Zu den Kursgewinnern gehörten erneut die exportorientierten Autokonzerne. So legten die Anteilsscheine von Toyota um 3,2 Prozent zu, die Papiere von Nissan Motor gewannen 4,2 Prozent an Wert. Beim Kamera- und Bürogerätehersteller Canon konnten sich die Anleger über ein Kursplus von 4,9 Prozent freuen.

Wie der Wall-Street-Handel lief

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Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für China leicht angehoben. Demnach wird die Wirtschaft in der Volksrepublik im nächsten Jahr um 8,4 Prozent zulegen, wie die Organisation am Mittwoch in Singapur erklärte. Im Oktober hatte die Weltbank noch ein Plus von 8,1 Prozent erwartet.

Als Gründe für die besseren Aussichten führte die Weltbank eine expansive Fiskalpolitik sowie eine raschere Umsetzung größerer Investitionsprojekte an. 2014 dürfte sich das Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Land dann auf etwa acht Prozent verringern.

Der Euro hat am Mittwoch im asiatischen Handel zum Dollar leicht zulegen können. Die europäische Einheitswährung kostete 1,3249 Dollar nach 1,3221 Dollar im späten US-Handel am Dienstag. Im Vergleich zur japanischen Währung kostete der Dollar 84,28 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9114 Franken je Dollar und bei etwa 1,2076 Franken je Euro.

Von

rtr

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