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15.03.2011

07:49 Uhr

Börse Tokio

Nikkei erlebt dramatischen Absturz

Die Talfahrt der japanischen Aktienmärkte hat sich am zweiten Handelstag nach der verheerenden Naturkatastrophe beschleunigt. Der Nikkei-Index stürzte um mehr als zehn Prozent in die Tiefe.

Ein Passant guckt sich die fallenden Kurse in Tokio an. Quelle: dpa

Ein Passant guckt sich die fallenden Kurse in Tokio an.

TokioDie neue Eskalation der Atomkrise hat an Tokios Börse panikartige Verkäufe ausgelöst.

Angesichts der drohenden Strahlenverseuchung Tokios erlebte der Nikkei den größten Kurssturz seit dem Höhepunkt der Finanzkrise. Der japanische Leitindex büßte mehr als zehn Prozent ein und verbuchte damit das größte Minus seit Oktober 2008. Zwischenzeitlich war das Barometer sogar um mehr als 14 Prozent abgestürzt - dies wäre der größte Verlust seit dem Börsencrash 1987 gewesen. Der breiter gefasste Topix gab um 9,5 Prozent auf 766 Punkte nach. Zwischenzeitlich war der Nikkei auf 8227 Punkte und der Topix auf 725 Punkte gefallen.

Der massive Kurssturz dürfte die enormen wirtschaftlichen Folgen des Erdbebens weiter verschärfen. Allein der Börsenwert der größten an der japanischen Börse notierten Konzerne ist bislang in dieser Woche um rund 700 Milliarden Dollar gefallen.

Die Aktienkurse beschleunigten während des Handels ihren Abwärtstrend dramatisch, als Ministerpräsident Naoto Kan Einwohner in einem 30-Kilometer-Radius um das Unglückskraftwerk Fukushima aufrief, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Nach zwei weiteren Explosionen warnten japanische Behörden vor einer gefährlichen Strahlenbelastung rund um den Atomkomplex.

Gleichzeitig schossen die Kurse von als sicher geltenden Staatsanleihen in die Höhe. Der Yen stieg zwischenzeitlich zum Dollar fast auf den höchsten Stand seit 1995, bevor er wieder nachgab - dies löste unter Finanzprofis den Verdacht aus, dass die Behörden den Anstieg des Yen mit einer Intervention am Devisenmarkt abbremsten.

„Der Fokus liegt voll auf der Atomkrise“, sagte Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities. Ausländische Investoren und japanische Fondsgesellschaften zögen sich aus Aktien zurück. Zu den größten Verlierern zählten Energietitel. Die Aktien des Kraftwerksbetreibers Tepco wurden nicht gehandelt. Auch Toshiba-Aktien wurden nicht gehandelt. Der Industriekonzern stellte mehrere Reaktoren in dem Unglückskraftwerk her und wollte seine Atomtechnik verstärkt ins Ausland verkaufen. Außerbörsliche Kaufangebote deuteten auf einen Kurssturz von 20 Prozent hin. Die japanische Notenbank stellte dem Bankensektor unterdessen weiter massiv Geld zur Verfügung.

Auch andere Börsen in Asien verbüßten wegen der Eskalation der Krise kräftige Kursverluste, diese blieben jedoch deutlich hinter dem Ausmaß in Tokio zurück. An den wichtigsten Handelsplätzen der Region - etwa in Taiwan, Korea und Shanghai - fielen die Kurse im Schnitt um rund zwei bis drei Prozent.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Worldwatch

15.03.2011, 08:50 Uhr

'Paniken' haben stets kuerzere Halbwertszeiten als strahlender, atomarer Verfall.
Ich hege keinen Zweifel daran, dass ein Land wie Japan staerker aus der Naturkatastrophe herauskommt als es zuvor ohne diese war. Gelder f.d. Aufschwung sind genuegend da, und am Willen das Land aufzubauen und auch aus den Fehlern der Vergangheit zu lernen, baucht man bei Japan nicht zweifeln.
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