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23.07.2012

08:46 Uhr

Börse Tokio

Nikkei fällt deutlich zurück

Die asiatischen Märkte starten mit Verlusten in die neue Woche. Investoren fürchten eine neuerliche Zuspitzung der Schuldenkrise in Europa. Der Euro gibt im fernöstlichen Handel deutlich nach.

Vor einer Kursanzeige in Tokio. dapd

Vor einer Kursanzeige in Tokio.

TokioDie Sorge über ein weiteres Abgleiten Spaniens in die Schuldenkrise hat am Montag die asiatischen Finanzmärkte umgetrieben. In Tokio sanken die Aktienkurse auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen, auch außerhalb Japans verloren die Indizes um durchschnittlich rund zwei Prozent. Anleger befürchten, dass die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nun doch ganz unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen muss, nachdem zunächst Milliarden-Hilfen nur für den spanischen Bankensektor auf den Weg gebracht wurden. Mit Valencia und Murcia benötigen nach offiziellen Angaben zwei spanische Regionen Finanzhilfen aus Madrid. Andere könnten folgen. Die Schuldenkrise ließ auch Anleger am Devisenmarkt nicht kalt: Der Euro sank zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren bis auf 1,2103 Dollar.
"Es kommt nichts Gutes aus Europa, und das hält den Euro unter Druck", sagte Yuji Saito, Devisenexperte bei der Credit Agricole in Tokio. Dort schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,8 Prozent schwächer bei 8508 Punkten, der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls rund 1,8 Prozent nach auf 720 Zähler. Der breit gefasste MSCI-Index für Aktien in Asien außerhalb Japans sank um rund zwei Prozent.
Nach Valencia könnte bald auch Murcia als zweite spanische Provinz die Zentralregierung in Madrid um Finanzhilfen bitten. Dies hatte der Präsident der Provinz in einem am Sonntag veröffentlichten Zeitungsinterview erklärt. Es gehe vermutlich um eine Summe von 200 bis 300 Millionen Euro. Entschieden sei aber noch nichts. Später ruderte die Regionalregierung etwas zurück. Valencia hatte am Freitag für Aufsehen gesorgt, weil es den Finanzbedarf verkündete. Die Wirtschaft dürfte nach der jüngsten Einschätzung der Regierung in Madrid auch 2013 schrumpfen.
"Just zu dem Zeitpunkt, an dem es so aussah, als ob die Probleme in der Euro-Zone geringer werden, kommt wieder Unsicherheit auf", sagte Masayuki Otani, Marktanalyst bei Securities Japan. "Und es ist nicht nur Spanien, wo die regionalen Banken Probleme haben. Es gibt auch Schwierigkeiten in Italien und anderen Ländern."

In Tokio drückte zudem der starke Yen im Vorfeld der in dieser Woche beginnenden Berichtssaison japanischer Firmen auf die Kurse, vor allem der Exportfirmen. Wegen der Schuldenkrise sank der Yen zum Euro auf den niedrigsten Stand seit mehr als elf Jahren. So verloren die Titel von Canon, Sony und Panasonic jeweils mehr als vier Prozent. Die Aktien von Tokyo Steel gaben zudem mehr als acht Prozent nach. Der Konzern hatte am Freitag seine Prognose kassiert und erwartet nun Verluste.
Die Angst vor einem Ausufern der europäischen Schuldenkrise trieb die Nachfrage nach als sicher geltenden Anlagen wie US-Staatsanleihen in die Höhe. Die Rendite der zehnjährigen US-Papiere markierte am Morgen in Asien daher ein Rekordtief mit 1,4365 Prozent. Auch ein deutscher Medienbericht, wonach der IWF kein weiteres Hilfspaket für Griechenland mehr mittragen könnte, sorgte für Unruhe.

Von

rtr

Kommentare (21)

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so_what

23.07.2012, 05:30 Uhr

""Und es ist nicht nur Spanien, wo die regionalen Banken Probleme haben. Es gibt auch Schwierigkeiten in Italien und anderen Ländern."

So ist es, und Japan und USA sind davon nicht auszunehmen.
Die Schuldzuweisungen einzig auf Europa sind nur Ausflüchte.

Account gelöscht!

23.07.2012, 06:50 Uhr

So what? So watt für eine Nonsense!

Welche Negativnachrichten kamen denn in den letzten Wochen aus anderen Ländern, um die Märkte zu verunsichern?

Die Schwierigkeiten der USA sind aus verschiedneen Gründen ein Pumperklakk im Vergleich zur Staatsschuldenkriese in Euro-Land.
1.) Ist Euro-Land mitnichten eine politische Einheit.
2.) Ist Euro-Land per Saldo nicht weniger verschuldet als die USA.
3.) Ist USA praktisch frei von demographischen Problemen.
4.) Ist USA politisch vergleichsweise stabil.
5.) Herrscht in USA nicht der deutsche, unwirksame, ideologische Öko-Wahn.
6.) Sind Bürger in anderen ländern erheblich flexibler und anpassungsbereiter als in Euro-Land.
7.) Gibt Deutschland viel zu wenig für Bildung aus.
usw. usw.

So what redtet also Kappes!

Account gelöscht!

23.07.2012, 07:18 Uhr

Ideologischer Öko Wahn? NEIN -> wir wollen doch unseren Kindern und Enkeln eine halbwegs lebenswerte und gesunde Umwelt hinterlassen, und kein kaputtes Land wie sehr bald in den USA und China zu sehen sein wird, wo dann selbst das Atmen schwer fällt und die Sonne, wie in sehr vielen chinesischen Städten das ganze Jahr über nicht zu sehen ist!!
Die Wirtschaft hat sich der Umwelt zu beugen, und NICHT umgekehrt!

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