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21.01.2015

07:51 Uhr

Börse Tokio

Nikkei im Minus

Nach der Entscheidung der japanischen Notenbank fällt der Nikkei zurück. Jetzt warten die Anleger auf die Europäische Zentralbank. Der Euro steht in Fernost unter Druck.

Ein Passant vor einer Anzeigetafel der Börse Tokio. ap

Ein Passant vor einer Anzeigetafel der Börse Tokio.

TokioNach der jüngsten Rally haben am Mittwoch Gewinnmitnahmen die Tokioter Börse belastet. Händlern zufolge trug dazu der Beschluss der japanischen Notenbank bei, ihre Konjunkturhilfen nicht auszuweiten. Zwar war diese Entscheidung von den meisten Börsianern erwartet worden, doch einige hatten auf eine Überraschung spekuliert.

An den meisten anderen Börsen in Fernost ging es dagegen aufwärts. Gestützt wurden die Kurse von anhaltenden Spekulationen über eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. "Die EZB steht diese Woche im Mittelpunkt" sagte Experte Shuji Shirota von der Großbank HSBC.

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktien außerhalb Japans notierte 1,4 Prozent höher und erreichte damit ein Sechs-Wochen-Hoch. Die größten Zuwächse verbuchte mit mehr als vier Prozent der Index in Shanghai, der damit seinen Erholungskurs fortsetzte. Vor allem Finanztitel legten wieder zu, nachdem am Montag der Index mit einem Minus von knapp acht Prozent so stark abgestürzt war wie sonst an keinem Tag seit Mitte 2008. Grund für den Kursrutsch waren geplante Verbote für bestimmte Finanzprodukte. Diese hatten zuletzt dafür gesorgt, dass viel spekulatives Geld in den chinesischen Aktienmarkt geflossen ist.

In Tokio ging der Nikkei-Index bei einem Minus von rund 0,5 Prozent mit 17.280 Punkten aus dem Handel. Der Euro blieb in Fernost bei Kursen von 1,1571 Dollar und 1,0096 Franken unter Druck.

Die japanische Notenbank hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Die Bank of Japan (BOJ) entschloss sich dabei zwar wie erwartet am Mittwoch, ihr Konjunkturprogramm zum Kauf von Staatsanleihen nicht auszuweiten. Sie verlängerte allerdings zwei Kreditprogramme um ein Jahr, die Banken zu einer stärkeren Darlehensvergabe an die Wirtschaft ermutigen sollen.

Wegen des Ölpreisverfalls senkte sie zugleich ihre Inflationsprognose für das nächste Fiskaljahr 2015/16 auf 1,0 von 1,7 Prozent. Für das darauffolgende Jahr hob die Notenbank aber ihre Prognose auf 2,2 von 2,1 Prozent an. Damit signalisierte die BOJ, dass sie davon ausgeht, das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen.

Die Performance von Dax, S&P-500 & Co.

Athex (Griechenland)

Ein Jahr: - 28,9 Prozent
Drei Jahre: 21,4 Prozent
Fünf Jahre: - 62,4 Prozent

Bovespa (Brasilien)

Ein Jahr: - 2,9 Prozent
Drei Jahre: - 11,9 Prozent
Fünf Jahre: - 27,1 Prozent

BUX (Ungarn)

Ein Jahr: - 10,4 Prozent
Drei Jahre: - 2,0 Prozent
Fünf Jahre: - 21,6 Prozent

CSI 300 (China)

Ein Jahr: + 51,7 Prozent
Drei Jahre: + 50,6 Prozent
Fünf Jahre: - 1,2 Prozent

Dax (Deutschland)

Ein Jahr: + 2,7 Prozent
Drei Jahre: + 66,2 Prozent
Fünf Jahre: + 64,6 Prozent

MSCI Emerging Markets

Ein Jahr: - 4,6 Prozent
Drei Jahre: + 4,4 Prozent
Fünf Jahre: - 4,0 Prozent

MSCI World

Ein Jahr: + 2,9 Prozent
Drei Jahre: + 44,6 Prozent
Fünf Jahre: + 46,4 Prozent

NZX 50 (Neuseeland)

Ein Jahr: + 17,6 Prozent
Drei Jahre: + 70,0 Prozent
Fünf Jahre: + 72,4 Prozent

PSI 20 (Portugal)

Ein Jahr: - 26,8 Prozent
Drei Jahre: - 12,7 Prozent
Fünf Jahre: - 43,3 Prozent

RTS (Russland)

Ein Jahr: - 45,2 Prozent
Drei Jahre: - 42,8 Prozent
Fünf Jahre: - 45,3 Prozent

S&P-500 (USA)

Ein Jahr: + 11,4 Prozent
Drei Jahre: + 63,7 Prozent
Fünf Jahre: + 84,6 Prozent

TA-25 (Israel)

Ein Jahr: + 10,2 Prozent
Drei Jahre: + 35,0 Prozent
Fünf Jahre: + 27,9 Prozent


Japan will mit der aggressiven Wirtschaftspolitik der 15 Jahre währenden Deflation entfliehen, einer Abwärtsspirale aus fallenden Preisen und geringerem Wachstum. Während die Regierung Konjunkturprogramme beschlossen hat, bringt die Notenbank dazu Milliarden in Umlauf. Im Oktober hatte die BOJ dazu überraschend verkündet, dass sie ihre Geldbasis - der Bestand an Bargeld und Einlagen bei der Zentralbank - durch Anleihen- und Wertpapierkäufe um jährlich 80 Billionen Yen erhöhten wolle.

Hintergrund war eine Anhebung der Mehrwertsteuer von fünf auf acht Prozent im Frühjahr mit der Folge, dass die Verbraucher ihre Ausgaben drosselten und die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in den beiden vergangenen Quartalen schrumpfte.

Von

dpa

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