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09.07.2013

09:19 Uhr

Börse Tokio

Nikkei-Index legt mehr als zwei Prozent zu

Die Angst vor dem Ende der lockeren Geldpolitik in den USA hat sich verringert. Die Börse in Japan verzeichnet daher starke Gewinne. Die guten Vorgaben der anderen Handelsplätze reißt die Anleger in Fernost mit.

Blick in das Innere der Börse Tokio. Die gute Stimmung zog am Dienstag wieder ein. ap

Blick in das Innere der Börse Tokio. Die gute Stimmung zog am Dienstag wieder ein.

TokioGute Vorgaben von der Wall Street haben Asiens Börsen am Dienstag zu Kursgewinnen verholfen. Der unerwartet robuste Arbeitsmarkt in der weltweit größten Volkswirtschaft ließ auf eine Konjunkturbelebung hoffen. Gedämpft wurde die Stimmung jedoch von den Bemühungen der Regierung in Peking, die Wirtschaft umzubauen und Branchen mit Überkapazitäten dabei den Geldhahn zuzudrehen.

"Die Investoren halten sich vor Beginn der Berichtssaison zurück", sagte Chung Seung Jae, Analyst bei Mirae Asset Securities. "Der Markt befindet sich zudem immer noch im dem Prüfprozess, ob die guten Arbeitsmarktdaten von der vergangenen Woche gut oder schlecht sind."

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans gewann 1,2 Prozent. In Tokio schnellte der Nikkei-Index um 2,58 Prozent in die Höhe auf 14.473 Punkte, der breiter gefasste Topix gewann ebenfalls mehr als zwei Prozent. Auch an den meisten anderen asiatischen Märkten ging es deutlich nach oben. Die chinesischen Aktien notierten weitgehend unverändert.

Die Regierung in Peking will die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft unabhängiger von Exporten und Investitionen machen und setzt dafür auch auf Hochtechnologie. Um dieses Ziel zu erreichen, erhalten die Firmen keine neuen Kredit mehr, deren Branchen von Überkapazitäten geprägt sind - außer, sie geben ihr Geschäft auf. Zudem soll der Schattenbanken-Sektor ausgetrocknet werden. Am Montag waren die Kurse in China so stark zurückgegangen wie seit zwei Wochen nicht.

Asiens Börsen bekamen zudem die Folgen der Ankündigung von US-Notenbankchef Ben Bernanke zu spüren, noch in diesem Jahr mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik zu beginnen und dafür das Tempo der Staatsanleihenkäufe zu drosseln.

"Schwellenländer bekommen die Reduzierung der Fed-Käufe als erstes zu spüren, nicht die US-Märkte", sagte Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank. "Wenn die US-Anleihen eine höhere Rendite haben, müssen die Anleger nicht in die Schwellenländer gehen, um Geld zu verdienen."

Im vergangenen Monat hatte die US-Wirtschaft nach den jüngsten Daten der Regierung überraschend viele neue Jobs geschaffen. Das schürte Spekulationen, ob angesichts der guten Lage am Arbeitsmarkt die Fed bei ihrem Ausstieg schneller als bisher angenommen voranschreiten könnte. "Die Investoren sind sich immer noch unsicher, ob die Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung in den USA für den Markt so gut sind, dass sie einen verfrühten Ausstieg ausgleichen", sagte Mirae-Analyst Chung.

Der Dollar gab wegen Gewinnmitnahmen nach. Am Vortag hatte die US-Währung zu einem Währungskorb den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. Börsianer gehen davon aus, dass die US-Währung auch weiterhin an Wert gewinnt.

Von

rtr

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