Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.10.2012

10:00 Uhr

Börse Tokio

Nikkei-Index schließt über 9000 Punkten

Enttäuschende Zahlen von Google und Microsoft verderben an den Aktienmärkten in Fernost die Kauflaune. Auch Yahoo Japan lässt Federn. Softbank schließt ein Gebot für den US-Wunschpartner der Telekom nicht aus.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Reuters

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioEnttäuschende Bilanzen der US-Konzerne Google und Microsoft haben am Freitag an den meisten asiatischen Börsen für Kursverluste gesorgt. Der japanische Nikkei konnte sich zwar noch mit einem Plus von 0,2 Prozent behaupten und schloss sogar knapp über 9000 Punkten. Doch der koreanische Kospi fiel um 0,8 Prozent, der taiwanische Leitindex verlor 0,8 Prozent, der Index in Shanghai notierte kaum verändert. Der MSCI-Index für Aktien aus dem Raum Asien-Pazifik ohne Japan gab um 0,3 Prozent nach.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:30 Uhr)

Dax

7.478 Punkte (+ 0,99 Prozent)

Dow Jones

13.064 Punkte (+ 0,33 Prozent)

Nikkei

+ 0,13 Prozent (Schlussstand vom Montag)

Euro

1,3040 Dollar

Gold

1.714 Dollar

Öl (Brent)

112,01 Dollar

Die Stimmung an den asiatischen Börsen litt vor allem unter den enttäuschenden Quartalszahlen der US-Konzerne Google und Microsoft. Google verschreckte die Börsianer mit einem Gewinneinbruch von 20 Prozent. Außerdem waren die Ergebnisse des Internetkonzerns versehentlich zu früh veröffentlicht worden, was Börsianer irritierte und zu einem turbulenten Geschäft führte.

Zeitweise fiel die Google-Aktie um zehn Prozent und wurde vom Handel ausgesetzt. Sie schloss schließlich acht Prozent im Minus. Der Computerkonzern Microsoft enttäuschte die Analysten ebenfalls mit einem Gewinnrückgang von über 20 Prozent. Nach Handelsschluss fiel die Microsoft-Aktie um gut ein Prozent.

Zu früh veröffentlicht: Google-Aktie stürzt nach Quartalsergebnis ab

Zu früh veröffentlicht

Google-Aktie stürzt nach Quartalsergebnis ab

Der Internetkonzern hat am Donnerstag früher als erwartet Geschäftszahlen vorgelegt.

Vor allem Technologiewerte kamen in Asien daraufhin unter die Räder. Die Aktien des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung rutschten um gut zwei Prozent. Die Aktien von Yahoo Japan fielen um 2,4 Prozent. Japanische Aktien konnten sich in Asien noch relativ gut halten. Sie wurden gestützt von dem weiterhin schwachen Yen und der Aussicht auf eine weitere geldpolitische Lockerung durch die japanische Notenbank.

In den Sog von Google geriet dagegen das Internetunternehmen Yahoo Japan. Die Aktie verlor 3,15 Prozent. Google hatte am Donnerstag die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich verfehlt, weil sich das wichtige Werbegeschäft verlangsamte. Der Konzern verdient mit Anzeigen auf Smartphones oder Tablet-PCs weniger als auf herkömmlichen Seiten.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Der Datenspeicher-Hersteller SanDisk hat im dritten Quartal die Markterwartungen übertroffen. Bei einem Umsatz von 1,27 Milliarden Dollar verdiente der US-Konzern nach eigenen Angaben vom Donnerstag 77 Millionen Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit Umsatzerlösen von nur 1,22 Milliarden Dollar gerechnet.

Ohne Sonderposten betrug der Gewinn je Aktie 48 Cent. Experten waren von lediglich 33 Cent je Anteilsschein ausgegangen. Nachbörslich legte die SanDisk-Aktie um rund fünf Prozent zu.

Quartalszahlen: Umsatz bei Microsoft knickt stärker ein als erwartet

Quartalszahlen

Microsoft enttäuscht mit Umsatzzahlen

Vor dem Start von Windows 8 fielen die Umsätze bei Microsoft mehr zurück als erwartet.

Der japanische Mobilfunkkonzern Softbank hat ein Gebot für den amerikanischen Telekom-Wunschpartner MetroPCS nicht ausgeschlossen. Sein Unternehmen könnte mit anderen Mobilfunkern zusammengehen, wenn sich die Gelegenheit biete, sagte Softbank-Chef Masayoshi Son in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal". Die Deutsche Telekom will eigentlich ihre Tochter T-Mobile USA mit MetroPCS fusionieren.

Softbank übernimmt für 20 Milliarden Dollar die Mehrheit an Sprint Nextel <S.N> und will damit einen neuen Markt erschließen. Sprint-Chef Dan Hesse sagte nun in dem gemeinsamen Interview Mit Son, eine Fusion seines Unternehmens mit T-Mobile USA sei langfristig möglich. Im Moment konzentriere sich Sprint aber auf die Übernahme durch Softbank.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×