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02.05.2011

06:28 Uhr

Börse Tokio

Nikkei kratzt an 10.000-Punkte-Marke

Die Nachricht vom Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat der Börse in Tokio deutlich Auftrieb gegeben. Der Nikkei-Index lag am Montag 1,5 Prozent im Plus bei 9.992 Punkten.

Tokio/Hongkong„Marktteilnehmer werden voraussichtlich Aktien kaufen und Anleihen verkaufen, da die Berichte (über bin Ladens Tod) nachlassende geopolitische Risiken widerspiegeln“, sagte Yasunari Ueno, leitender Volkswirt bei Mizuho Securities in Tokio.

Tsunami und Atomkatastrophe treten am japanischen Aktienmarkt im Moment in den Hintergrund. Quelle: dpa

Tsunami und Atomkatastrophe treten am japanischen Aktienmarkt im Moment in den Hintergrund.

Die Nachricht des Tages ist eine politische, entfaltet aber auch an der Börse ihre Wirkung: Osama bin Laden, der als der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 gilt, wurde nach Worten von US-Präsident Barack Obama von US-Spezialisten in seinem Versteck nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getötet. Nach der Meldung stieg der japanische Nikkei-225-Index zeitweise über die Marke von 10.000 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,4 Prozent zu auf 864 Punkte. Die US-Aktienfutures stiegen rund 0,7 Prozent. Auch der Dollar legte zu. Die Kurse der US-Staatsanleihen, der Gold- sowie der Ölpreis dagegen gaben nach.

In Hongkong gab der Hang-Seng-Index indes um leichte 0,36 Prozent auf 23,721 Punkte nach.

Marktteilnehmer in Tokio sprachen allerdings von nervösem Handel angesichts der mit Feiertagen gespickten "Goldenen Woche". Bereits am Dienstag bleibt die Börse wieder geschlossen, Investoren würden daher ungern größere Positionen eingehen, hieß es.

Ken Hasegawa, Verkaufsmanager im Bereich Rohstoff-Derivate von Newegde in Tokio sagte: „Da es keine anderen Nachrichten gab, hat der Tod (bin Ladens) Verkäufe von Öl und Gold angefacht und Käufe von Aktien. Aber er hat nur eine vorübergehende Auswirkung, und die Märkte werden schließlich zur Normalität übergehen.“ „Marktteilnehmer werden voraussichtlich Aktien kaufen und Anleihen verkaufen, da die Berichte (über bin Ladens Tod) nachlassende geopolitische Risiken widerspiegeln“, ergänzte Yasunari Ueno, leitender Volkswirt bei Mizuho Securities in Tokio mit Blick auf die Handelseröffnung der europäischen Märkte.

Stimmungsverbesserung der US-Verbraucher?

Tetsu Aikawa, Kapitalmarkt-Experte der Shinsei-Bank in Tokio, sagte: „Es ist eine Verbesserung der Stimmung der US-Verbraucher zu erwarten, aber das dürfte nicht genug sein, die Entwicklung der US-Wirtschaft zu ändern. Ich gehe nicht davon aus, dass die Möglichkeit eines geringeren US-Engagements in Afghanistan zu einer Verbesserung der öffentlichen Finanzen der USA führen wird. Dies könnte die Mittelzuflüsse in Risikoanlagen wie Yen und Dollar-Carry-Trades erhöhen. Es ist auch möglich, dass die Renditeaufschläge einiger europäischer Staatsanleihen anziehen.“
Weiter sagte Aikawa. „Nimmt man die Unruhen etwa in Syrien und dem Jemen, besteht weiter die Möglichkeit, dass sich die Demokratie dominoartig im Nahen Osten und Nordafrika ausbreitet. Kurzfristig könnte dies ein Grund zur Sorge sein, aber langfristig würden dies die Märkte begrüßen.“

Dollar in Fernost weiter auf Talfahrt
Der Dollar setzte indes zu Wochenbeginn zu einer weiteren Talfahrt an. Zur japanischen Währung fiel er am Montag in Tokio auf ein Monatstief von 81,047 Yen. Für den Euro wurden im fernöstlichen Devisenhandel 1,4826 Dollar gezahlt. Die US-Währung ist wegen der hohen Staatsverschuldung und der schwächelnden Konjunktur sowie der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed weiter unter Druck.
Der Silber-Preis gab am Montag in Asien deutlich nach. Er fiel um zehn Prozent auf 42,58 Dollar. Der Goldpreis gab 0,7 Prozent auf 1552 Dollar nach, nachdem er zuvor einen neuen Rekordstand bei 1575,79 Dollar erreicht hatte. Der Handel war wegen Feiertagen in mehreren asiatischen Staaten allerdings gering.

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