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06.12.2011

08:10 Uhr

Börse Tokio

Nikkei schließt nach S&P-Drohung im Minus

Anleger in Asien sind durch den Schritt der US-Ratingagentur Standard & Poor's verunsichert. Der Nikkei schließt mit 1,4 Prozent im Minus. Abwärts ging es auch an den Börsen in Hongkong, Taiwan und Shanghai.

Der heutige Handelstag an der Tokioter Börse begann besonders schwach. Reuters

Der heutige Handelstag an der Tokioter Börse begann besonders schwach.

TokioDie Börsen in Asien haben am Dienstag mit Kursabschlägen auf die drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit Deutschlands und praktisch aller Euro-Zonen-Länder reagiert. In einem beispiellosen Schritt versah die Ratingagentur S&P alle diese Staaten mit einem negativen Ausblick, was binnen drei Monaten eine Herabstufung nach sich ziehen könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, die am Montag in Paris über ihr gemeinsames Vorgehen in der Schuldenkrise berieten, bekräftigten in einer gemeinsamen Erklärung ihren Willen, die Euro-Zone mit allen notwendigen Maßnahmen zu stabilisieren.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 1,4 Prozent im Minus bei 8.575 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls 1,4 Prozent auf 738 Punkte. Abwärts ging es auch an den Börsen in Südkorea und Taiwan, Hongkong, Singapur und Shanghai, wo die Aktienmärkte zwischen 0,4 und zwei Prozent nachgaben.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:45 Uhr)

Dax

- 1,3 Prozent

Euro Stoxx 50

- 0,3 Prozent

Dow Jones

+ 0,2 Prozent

Nikkei

- 1,39 Prozent

CSI 300

- 0,2 Prozent

Euro

1,3381 Dollar (- 0,1 Prozent)

Gold

1.710 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

110,27 Dollar (- 0,6 Prozent)

„Wir treten in eine kritische Phase ein“, sagte Kenichi Hirano von Tachibana Securities. „Die Märkte erwarten positive Signale vom Treffen der europäischen Regierungschefs in dieser Woche und sobald es Anzeichen gibt, dass Entscheidungen aufgeschoben werden könnten, hat das negative Auswirkungen auf die Märkte.“ Bei den Einzelwerten gehörte Olympus zu den Gewinnern. Der in einen Bilanzskandal verwickelte Hersteller von Kameras und medizintechnischen Geräten wird wahrscheinlich an der Börse gelistet bleiben dürfen. Eine Untersuchungskommission schloss eine Verbindung zum organisierten Verbrechen aus und empfahl gegen die Verantwortlichen rechtliche Schritte einzuleiten. Olympus hatte eingeräumt, in den vergangenen Jahren Verluste aus Wertpapiergeschäften als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufe falsch ausgewiesen zu haben.

Die Aktie des Unternehmens gewann gut neun Prozent Die Ankündigung des japanischen Autobauers Toyota, am Freitag einen revidierten Ausblick für das Geschäftsjahr bis März 2012 zu veröffentlichen, sorgte für Unsicherheit bei den Anlegern.

Die Flut in Thailand sorgte besonders bei japanischen Autoherstellern für Engpässe und zwang Toyota, die Prognose zurückzuziehen. Das Papier des VW-Konkurrenten gab 2,1 Prozent nach.

Der Euro verlor angesichts des negativen S&P-Ausblicks für die meisten Länder der Euro-Zone im fernöstlichen Handel im Vergleich zum Dollar. Die europäische Einheitswährung wurde für 1,3371 Dollar gehandelt und büßte im Vergleich zum Höchststand am Vortag rund einen Cent ein.

Die Aktienmärkte in den USA hatten am Montag fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index ging 0,7 Prozent höher bei 12.098 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 legte 1,0 Prozent auf 1.257 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 2.655 Punkte.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Einzig_Deutschland_buergt

06.12.2011, 06:07 Uhr

Abgekartetes Spiel!
Die ganzen gegenwärtig kolportierten sogenannten Rettungskonstruktionen funktionieren nur, wenn die großen "Retter", vorgeblich alles Netto-Zahler, das gleiche Rating haben. Da davon auszugehen ist, dass Frankreich mit Sicherheit abgestuft wird, könnte Frankreich nicht an der "Rettung" teilnehmen, sondern würde ganz offiziell selbst direkt profitieren durch die Bürgschaften der AAA-Länder.
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Die S&P-Abstufung ist rein politisch und Propaganda, denn tatsächlich ist es nur Pro-Forma: Am Ende zahlen nämlich immer der deutsche Sparer, die deutschen Rentner, und alle, die Ansprüche auf Sozialleistungen gegen den deutschen Staat haben.
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Schon die bisherigen "Rettungs"konstruktionen waren fehlerhaft: Wären die Bürgschaften fällig geworden, wäre Frannkreich abgestuft worden, und hätte dann für eigene Anleihen mehr zahlen müssen, als die "geretteten" Länder für das Geld aus den "Rettungs"fonds. Der Vertrag sah dazu vor, dass in dem Fall die solchermaßen abgestuften Länder nicht mehr bürgen müßten, sondern die verbliebenen Länder mehr übernehmen müßten, also AAA-Länder.
Da Deutschland das letzte AAA-Land wäre, heißt dass nichts anderes, als dass die bisherigen "Rettungs"fonds vollständig durch Deutschland abgesichert wurden!
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Mir ist dies sofort aufgefallen. Und bestimmt auch vielen anderern. Aber in den deutschen Medien hört man GARNICHTS davon!

Peter

06.12.2011, 06:22 Uhr

gut aufgepasst - so gesehen freue ich mich schon auf das Downgrade Deutschlands. Wer bleibt dann?

Arminius

06.12.2011, 08:14 Uhr

Eine Krise kann auch als eine Chance verstanden werden wenn man die Sachen so ändert dass es dann besser läuft als vor der Krise.
Die wichtigste Änderung wäre dass die Merkozy-Clowns, die uns am Abgrund geführt haben, zurucktreten und die Entscheidung anderen überlassen, die im Gesamtinteresse der Währungsunion entscheiden und nicht nur im eigenen Interesse.

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