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15.01.2009

07:13 Uhr

Börse Tokio

Nikkei schließt sich der Talfahrt an

Die neuerliche Abwärtswelle an den Aktienmärkten hat sich in Tokio nahtlos fortgesetzt. Belastet durch eine Reihe schlechter Nachrichten aus den USA und katastrophaler Daten aus dem heimischen Maschinenbau verlor der Nikkei-Index fast fünf Prozent an Wert. Auch Finanzwerte gerieten einmal mehr unter die Räder.

Alles im grünen Bereich: In Japan zeigen grüne Kurse Verluste an. Davon gibt es derzeit wieder reichlich. Foto: ap Quelle: ap

Alles im grünen Bereich: In Japan zeigen grüne Kurse Verluste an. Davon gibt es derzeit wieder reichlich. Foto: ap

HB TOKIO. Nach den hohen Kursverlusten in Europa und den USA am Vortag hat der japanische Aktienmarkt am Donnerstag ebenfalls kräftig nachgegeben. Der Nikkei-Index verlor 4,9 Prozent auf 8 023 Punkte. Neben den allgegenwärtigen Sorgen vor einer weltweiten Depression verunsicherten miserabel Daten aus dem japanischen Maschinenbausektor die Anleger in Tokio.

Die Auftragseingänge der japanischen Maschinenbauer fielen im November 2008 mit 16,2 Prozent so stark wie nie zuvor. Experten werteten das als ein weiteres klares Zeichen dafür, dass Japan vor einer tiefen Rezession steht: "Die Auftragseingänge waren sehr bedrückend und schlechter als erwartet", sagte Takashi Ushio, leitender Investmentstratege bei Marusan Securities. "Wir haben bereits eine Menge Abwärtsrevisionen gesehen. Das legt nahe, dass die Jahresbilanzen der Konzerne sogar noch schlechter ausfallen als erwartet. Das sind sicher keine Anreize, um Aktien zu kaufen."

Der Auftragseinbruch im Maschinenbau zog unter anderem die Aktien des Baumaschinenherstellers Komatsu in Tiefe. Die Titel gaben mehr als fünf Prozent nach.

Zur Verunsicherung an der Tokioter Börse trug aber auch der weiter sehr starke Yen bei. Die Landeswährung notierte am Morgen unter der Marke von 89 Yen je Dollar. Darunter litten einmal mehr die Aktien von Exporteuren. Zu den Verlieren gehörte auch Nissan. Aus Unternehmenskreisen verlautete, der drittgrößte japanische Autobauer werde statt eines angepeilten Gewinns einen operativen Verlust im Geschäftsjahr ausweisen. Grund seien sinkende Absätze und der steigende Yen, der die Exporte belastet. Nissan-Aktien verloren knapp drei Prozent.

Die Papiere des Reifenherstellers Bridgestone litten unter einer Herabstufung durch die Analysten von Goldman Sachs und büßten fünf Prozent ein.

Aber auch eine Serie von Faktoren aus Übersee wie die Verschlechterung der Wirtschaftslage in den USA und Sorgen um die Gewinne von Banken weltweit belasteten den Markt, sagte Analyst Soichiro Monji von Daiwa SB Securities. Tech-Werte litten unter dem nachbörslichen Absturz der Apple-Aktie, die nach der überraschenden Auszeit von Vorstandschef Steve Jobs einbrach. Auch Einzelhändler hatten mit den schlechten Vorgaben aus den USA zu kämpfen, wo die Einzelhandelsumsätze zuletzt einbrachen.

Angesichts des Rekordverlustes bei der Deutsche Bank hatten am Mittwoch die Anleger an der Wall Street - wo der Dow Jones Index befürchtet, dass es auch um die US-Institute weiter schlecht steht. Die Titel der Citigroup setzten ihre spektakuläre Talfahrt mit einem Minus von 23,2 Prozent fort. Ähnlich dramatisch fielen die Verluste im japanischen Finanzsektor nicht aus. Die Titel von Großbanken wie Mizuho und Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) verloren zwischen fünf und sieben Prozent.

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