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06.06.2013

09:00 Uhr

Börse Tokio

Nikkei schließt unter 13.000 Punkten

Die Investoren in Japan sind verunsichert - unter anderem über die weiteren Wachstumsaussichten in China und den weiteren geldpolitischen Kurs in den USA. Die Aktienkurse gehen auf Achterbahnfahrt.

Mitarbeiter der Börse Tokio an ihren Arbeitsplätzen. dpa

Mitarbeiter der Börse Tokio an ihren Arbeitsplätzen.

TokioDie Unsicherheit über die künftige Politik der US-Notenbank hat am Donnerstag die Börsen in Fernost ins Minus gedrückt. Anleger machen immer mehr Unwägbarkeiten über den weiteren Weg der Federal Reserve aus. Zwar deutet der jüngste Fed-Konjunkturbericht an, dass der Aufschwung am Arbeitsmarkt weiterhin zu schwach ist, um früher aus dem massiven Anleihen-Aufkaufprogramm auszusteigen. Doch vor den für Freitag erwarteten neuen Arbeitslosenzahlen blieben die Investoren in Asien in der Defensive.

Die Fed hat die Geldpolitik eng an die Entwicklung am Jobmarkt gekoppelt. Jüngst deutete alles auf eine moderate Erholung hin. "Die Fed befindet sich in einer Zwickmühle... Es gibt nicht viel, was sie tun kann", sagte Credit-Suisse-Analyst Damien Boe. Dank des billigen Notenbankgeldes hatten die Aktienmärkte in diesem Jahr weltweit Rekordstände erklommen. Die Furcht vor einem Ende der Geldschwemme drückte die Kurse zuletzt aber wieder.

In Tokio ging der Nikkei mit einem Minus von knapp 0,9 Prozent bei 12.904 Punkten aus dem Handel und schloss damit erstmals seit zwei Monaten unter der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Zählern. Im Handelsverlauf durchlief der japanische Leitindex eine Achterbahnfahrt und pendelte zwischen 12.862 und 13.238 Stellen.

"Alle stürzen sich gleichzeitig auf die andere Seite des Boots und das Boot wackelt hin und her", erklärte ein Händler die hohe Volatilität. Am Vortag war der Nikkei noch deutlich abgestürzt. Eine Rede zur künftigen Wachstumsstrategie des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe war mit großer Enttäuschung aufgenommen worden. Analyst Tetsuya Inoue von Nomura sagte, Abe hätte eine verständlichere Nachricht formulieren müssen.

Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag mehr als ein Prozent im Minus und markierte damit ein Sechs-Monats-Tief. Auch die Börsen in Taiwan, Südkorea, Singapur, Australien, Shanghai und Hongkong verbuchten Verluste.

Unter den Verlierern in Japan waren erneut Exportwerte: Der Kurs von Toyota gab 1,6 Prozent nach, die Papiere von Nissan verbilligten sich sogar um 2,6 Prozent. Mit den Aktien des Atomkraftwerkbetreibers Tepco ging es sogar 7,4 Prozent in den Keller, nachdem aus dem Katastrophenreaktor Fukushima noch mehr radioaktives Wasser ausgetreten war.

Bereits am Mittwoch war der japanische Aktienmarkt um fast vier Prozent eingebrochen, weil sich die meisten Anleger von der Rede des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe über das weitere Wachstumsprogramm mehr erhofft hatten.

Kommentare (1)

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06.06.2013, 08:00 Uhr

"Alle stürzen sich gleichzeitig auf die andere Seite des Boots und das Boot wackelt hin und her", erklärte ein Händler mit Blick auf die hohe Volatilität am Markt.

Der japanische Markt ist einfach zu interessant, als das man ihn so einfach abschreiben könnte.

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