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04.11.2014

04:51 Uhr

Börse Tokio

Nikkei springt auf Siebenjahreshoch

Kurssprung an der Tokioter Börse: Der Nikkei zog auf den höchsten Stand seit sieben Jahren, auch der Topix drehte auf. Zu den großen Gewinnern zählten Finanztitel. Bei den Exportwerten stand Panasonic im Fokus.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. ap

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioDie ausgedehnten Konjunkturhilfen der japanischen Notenbank haben die Tokioter Börse auch am Dienstag beflügelt. Der Leitindex Nikkei stieg auf den höchsten Stand seit sieben Jahren und ging mit einem Plus von 2,7 Prozent bei 16.862 Punkten aus dem Handel. Damit setzte der Markt nach dem feiertagsbedingten langen Wochenende seine kräftige Rally fort.

Die überraschende Entscheidung der Notenbank von Freitag, noch mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen, gebe noch immer Auftrieb und erhöhe die Risikofreude der Anleger, sagten Händler. Zumal auch der Yen weiter nahe seines kürzlich markierten Sieben-Jahres-Tiefs lag, wovon Exportwerte zusätzlich profitierten.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

An den übrigen Märkten in Fernost hielten sich Investoren dagegen mit Aktienkäufen zurück. Der Index für die Aktien außerhalb Japans lag 0,1 Prozent im Minus. Vor allem durchwachsene chinesische Konjunkturdaten drückten auf die Stimmung. Der Markt in Seoul verbuchte mit einem Rückgang von 0,9 Pozent das höchste Minus. Negativ notierten aber auch die Börsen in Shanghai, Hongkong und Taiwan.

In Tokio gehörten Finanztitel zu den größten Gewinnern. So schossen die Aktien des Wertpapierhändlers Daiwa Securities um mehr als zwölf Prozent in die Höhe. Bei den Exporteuren kletterten die Papiere des Elektronikkonzerns Panasonic um fast sechs Prozent. Der Kurs des weltgrößten Autobauers Toyota legte mehr als vier Prozent zu.

Der Euro notierte fester bei 1,2524 Dollar, nachdem er am Montag auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen war. Der Yen tendierte bei 113,60 Yen zum Dollar.

Von

rtr

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