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10.03.2011

07:43 Uhr

Fußgänger vor der Börse in Tokio, Japan. Quelle: dpa

Fußgänger vor der Börse in Tokio, Japan.

Tokio/HongkongPortugals Schuldenprobleme und die Ölpreis-Entwicklung belasten Asiens Börsen.
In Tokio durchbrach der Leitindex am Donnerstag auf dem Weg nach unten eine zentrale Schwelle, was Händlern zufolge weitere kräftige Verkäufe von Terminkontrakten auslöste. Am Freitag ist ein wichtiger Stichtag für zahlreiche Futures und Optionsgeschäfte am Finanzplatz Tokio. Der Euro sank unter sein Niveau aus dem späten US-Geschäft auf 1,3870 Dollar nach mehr als 1,3900 Dollar. Händler verwiesen zur Begründung auf die Finanzierungsprobleme Portugals vom Mittwoch. Dies habe die Sorge verstärkt, das hoch verschuldete Land müsse den europäischen Rettungstopf in Anspruch nehmen.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,46 Prozent schwächer bei 10.434 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,4 Prozent ab auf 930 Punkte. Unter Druck standen vor allem Tech-Werte nach den Kursverlusten an der US-Technologiebörse Nasdaq am Mittwoch.
Bereits am Dienstag hatte der US-Chiphersteller Texas Instruments einen schwachen Ausblick auf die kommenden Monate gegeben. Die Titel von Tokyo Electron und Sumco gaben deswegen nach, um 2,3 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent.
Für Wirbel sorgte die Aussicht auf Fusionsgespräche der japanischen Osaka Securities Exchange mit der Tokyo Stock Exchange (TSE). Die Aktien der auf Derivate spezialisierten Börse legten um mehr als sechs Prozent zu. „Angesichts der Fusionsgespräche zwischen der NYSE Euronext und der Deutschen Börse sollte dieser Schritt für den Markt positiv sein“, sagte Analyst Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Die TSE erklärte, sie erwäge, Gespräche mit Osaka aufzunehmen.
An den Aktienmärkten in Südkorea, Taiwan und Singapur gaben die Kurse ebenfalls überwiegend nach, ebenso an den chinesischen Finanzplätzen Hongkong und Shanghai, wo der Shanghai-Composite 1,2 Prozent nachgab.
Wegen der anhaltenden Unruhen in Libyen blieb auch der Ölpreis unter Druck. Sorgen bereiteten den Marktteilnehmern Berichte, wonach die Ölinfrastruktur des wichtigen Exporteurs im Bürgerkrieg bombardiert wurde. US-Leichtöl notierte bei rund 105 Dollar je Barrel und damit in Reichweite des Rekordhochs von fast 107 Dollar; die Nordsee-Sorte Brent lag bei 116,50 Dollar.

Schuldenkrise belastet Euro

Die Unsicherheit über den Ausgang der Schuldenkrise in Europa hat auch den Euro an den Devisenmärkten in Fernost belastet. Portugal hatte sich am Mittwoch am Finanzmarkt eine Milliarde Euro geliehen, musste dabei jedoch hohe Zinsen in Kauf nehmen. Zudem sei zwar klar, dass Europa einen Zinsvorteil habe, sagte Händler. Allerdings sei noch offen, wie die Wirtschaft in der EU mit den künftig höheren Zinsen klarkomme. Viele Händler gingen inzwischen davon aus, dass die Zinsen in der Euro-Zone zum Jahresende bei etwa zwei Prozent liegen werden.

Ein Euro wurde mit 1,3905 Dollar bewertet. Der Dollar wurde mit 82,78 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,2908 und zum Dollar mit 0,9298.

dpa/rtr

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