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15.04.2011

06:51 Uhr

Börse Tokio

Skeptische Anleger bremsen Nikkei aus

Der japanische Aktienmarkt hat einen Gutteil der Verluste seit dem Erdbeben wettgemacht, jetzt tritt der Nikkei auf der Stelle. Vor der Berichtsaison halten sich die Anleger zurück. Diese könnte die Unsicherheit aber noch verstärken.

Ein Mann vor einer Börsenanzeige in Tokio. Quelle: dapd

Ein Mann vor einer Börsenanzeige in Tokio.

TokioDie asiatischen Aktienmärkte haben zum Wochenschluss überwiegend nachgegeben. Die Sorge vor einer wachsenden Inflation und weiteren Zinsanhebungen in China und die schwachen Zahlen des US-Techkonzerns Google drückten auf die Stimmung der Anleger. In Tokio schloss der Nikkei-Index mit 0,65 Prozent auf 9.591 Punkte, der marktbreite Topix beendete den Handelstag mit Verlusten von 0,64 Prozent auf 841 Punkte.

Der Nikkei  hat zwar zwei Drittel seiner Verluste seit der Erdbebenkatastrophe im Nordosten wettgemacht, liegt aber immer noch rund acht Prozent unter seinem damaligen Stand. Zum Vergleich: Der MSCI-Index für Asien ohne Japan hat seither acht Prozent an Wert gewonnen.

Händler in Tokio sprachen am Freitag von einem lustlosen Handel. Vor allem ausländische Investoren übten angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die längerfristigen Auswirkungen der Erdbeben- und Atomkatastrophe Kaufzurückhaltung. Viele warteten zunächst die gegen Monatsende erwartete Bekanntgabe erster Quartalszahlen ab, um über ihr weiteres Engagement zu entscheiden, sagten Händler.

Allerdings könnten die Zahlen in vielen Fällen mehr Fragen als Antworten bringen. Viele Konzerne dürften Experten zufolge auf einen Ausblick auf das Geschäftsjahr verzichten, da die Situation zu unsicher ist. Auch der Autokonzern Toyota erwägt Berichten zufolge, die Verkündung seiner Jahresprognose zu verschieben. Toyota-Aktien verloren am Freitag ebenso wie der Nikkei-Index rund 0,7 Prozent.

Zu den schwächsten Werten an der Tokioter Börse gehörten Aktien von Chipkonzernen. Grund war eine neue Studie der Bank of America/Merrill Lynch zu dem Sektor. Die Analysten stuften angesichts der verschlechterten Geschäftsaussichten durch das Erdbeben die Aktien von Tokyo Electron und Disco Corp. Jeweils von „buy“ auf „underperform“ zurück. Beide Aktien gaben daraufhin deutlich nach: Tokyo Electron Power um mehr als zwei, Disco um mehr als vier Prozent.

An den anderen asiatischen Börsenplätzen dominierten ebenfalls die Minuszeichen.  In Hongkong gab der Hang-Seng-Index 0,3 Prozent nach, der chinesische Festlandindex CSI-300 rutschte um 0,8 Prozent ab, ebenso der Kospi-Index der Börse Seoul. 

In Sydney gab der australische Leitindex ASX 200 rund 0,5 Prozent nach. Die Aktie der Hochtief-Tochter Leighton zeigte sich nach dem Kurseinbruch am Vortag stabil.

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