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10.09.2013

08:55 Uhr

Börse Tokio

Syrienkrise hilft Aktien in Asien

Der Nikkei-Index setzte am Dienstag seine Gewinnserie fort. Experten machten dafür den Olympia-Zuschlag und die überraschende Entspannung im Syrien-Konflikt verantwortlich.

Anzeige des Nikkei in Tokio. Reuters

Anzeige des Nikkei in Tokio.

TokioNeue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts sowie gute Konjunkturdaten aus China haben den asiatischen Aktienmärkten am Dienstag Auftrieb gegeben. Russland schlug vor, das Chemiewaffen-Arsenal der Regierung in Damaskus unter internationale Kontrolle zu stellen, um einen US-Militärschlag doch noch zu verhindern.

US-Präsident Barack Obama kündigte an, den Vorstoß zu prüfen. Der Ölpreis gab 0,9 Prozent nach auf 108,6 Dollar. Für die Aktienmärkte sind das positive Nachrichten, weil die asiatischen Länder massiv Öl einführen müssen und so von einem niedrigeren Preis profitieren.

Der MSCI-Index für die asiatischen Börsen außerhalb Japans legte 1,2 Prozent zu auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Alle Aktienmärkte lagen im Plus. In Tokio stieg der Nikkei um 1,5 Prozent auf 14.423 Punkte. Die Vergabe der olympischen Spiele 2020 an Tokio beflügelte weiter die Stimmung.

Die Investoren hoffen darauf, dass die nötigen Investitionen in neue Sportstätten und Hotels die Wirtschaft in Schwung bringen und letztlich die lähmende Deflation beenden. "Wir sehen heute eine Fortsetzung der Euphorie von gestern", sagte Stefan Worrall von Credit Suisse in Tokio. Besonders Baufirmen und Reiseunternehmen standen auf der Einkaufsliste. Viele internationale Investoren hielten sich aber nach wie vor zurück.

In China gewann der CSI300 0,4 Prozent, der SSEC in Shanghai legte ebenfalls 0,4 Prozent zu. Die Aktienmärkte profitierten von den Aussichten auf eine Konjunkturbelebung in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Industrieproduktion legte im August stärker zu als erwartet, die Einzelhändler steigerten ihre Umsätze deutlich. Damit mehren sich die Anzeichen, dass eine allzu starke Abkühlung vermieden werden kann.

In den Hintergrund rückten Spekulationen, dass die US-Notenbank (Fed) ihre Staatsanleihenkäufe schon in diesem Monat einschränken könnte. Dabei spielt die immer noch schwierige Lage am Arbeitsmarkt eine Rolle: Experten rechnen nicht damit, dass die Käufe stark zurückgefahren werden.

Von Reuters befragte Fachleute halten es inzwischen für wahrscheinlich, dass das Volumen der Ankäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich um lediglich zehn Milliarden Dollar reduziert wird. Die Aussicht auf eine etwas straffere Geldpolitik in den USA hatte zuletzt zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten der Schwellenländer geführt.

Der Autobauer Toyota muss in den USA 780.000 Fahrzeuge ein zweites Mal in die Werkstätten zurückrufen, weil eine Achs-Reparatur nicht ordentlich durchgeführt wurde. Bei den Lexus-Limousinen und den Geländewagen vom Typ RAV4 könne es an der Hinterachse zu Problemen kommen, die auch einen Unfall verursachen könnten, teilte Toyota am Montag mit. Die Autos seien deswegen schon vor einem Jahr in die Werkstätten zurückgerufen worden. Doch seien damals bestimmte Muttern möglicherweise nicht ausreichend festgezogen worden.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

10.09.2013, 06:44 Uhr

Japan beschleunigt durch...beim Gelddrucken. Das kleine Ein-mal-eins der Wirtschaft lehrt, daß spätere Generationen dafür bezahlen dürfen. Da Japan sehr schnell vergreist, wird das dann auch ein sehr spannendes Experiment einer offenkundig sehr gedemütigten Nation.

Wie sonst kann man den offenkundigen Harakiri auf Raten erklären?

Tom

10.09.2013, 07:12 Uhr

@Bosch: Wenn sie so schlau sind, machen sie doch mal ein paar Gegenvorschlaege. Wie wollen sie die deflationaere Entwicklung in Japan stoppen? Gelddrucken scheinen sie fuer falsch zu halten. Also was dann ? Sparen, um auch noch dem letzten Funken Aufschwung den Sauerstoff abzudrehen?

Dobrota

10.09.2013, 07:13 Uhr

wir befinden uns in einen Währungskrieg, du kannst es auch einen Abwertungswettlauf nennen ;)

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