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28.08.2012

10:13 Uhr

Börse Tokio

Trübe Wirtschaftsprognosen drücken Aktien in Asien

Vorbei sind die zarten Gewinne vom Vortag: Die Kurse an der Börse in Tokio schließen 0,6 Prozent tiefer. Grund dafür ist die japanische Regierung, die ihren Wirtschaftsausblick senkte.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. dapd

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioAn den asiatischen Aktienmärkten sind die Anleger vor dem wichtigen Zentralbank-Treffen Ende der Woche im amerikanischen Jackson Hole vorsichtiger geworden. Die durch die Hoffnung auf weitere konjunkturstützende Maßnahmen vor allem der US-Notenbank Fed ausgelöste Rally der vergangenen Wochen kühlte sich daher am Dienstag merklich ab. "Investoren scheinen ihre Entscheidungen kurzfristig aufzuschieben bis zur Rede von Fed-Chef Ben Bernanke in Jackson Hole am Wochenende", sagte Cho Byung Hyun, Analyst bei Tong Yang Securities. Der Euro notierte kaum verändert bei Kursen von knapp 1,25 Dollar.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index knapp 0,6 Prozent schwächer bei 9033 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab bis Handelsschluss um gut ein Prozent auf 746 Punkte nach. In Tokio sorgten sich die Anleger vor allem um eine Abkühlung der chinesischen Wirtschaft und fürchteten, die dortige Notenbank greife nun doch nicht wie erhofft zügig ein. Experten sagten, der chinesische Regierungschef habe politische Maßnahmen für die Konjunktur in seinen jüngsten Äußerungen nicht mehr explizit erwähnt. "Wir gehen davon aus, dass die zurückhaltende chinesische Antwort darauf hindeutet, das die Konjunkturdaten nicht einheitlich interpretiert werden können", erklärten Analysten der Bank Barclays. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans sank um 0,1 Prozent.

Der Tag an den Märkten (Stand:17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Erstmals seit knapp einem Jahr hat die japanische Regierung ihren Ausblick für die exportabhängige Wirtschaft des Landes gesenkt. Schuld sei die lahmende Konjunktur in den USA und China sowie die Schuldenkrise in Europa, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten monatlichen Bericht zur Wirtschaftslage. Zwar trage der Wiederaufbau nach dem verheerenden Tsunami vom vergangenen Jahr zu einer zögerlichen Erholung bei, aber zuletzt seien schwächere Entwicklungen verzeichnet worden. Deshalb bewertete die Regierung sowohl die Aussichten für den Export als auch für die Industrieproduktion negativer als noch vor einem Monat. Zuletzt hatte die Regierung in ihrem Bericht vom Oktober 2011 einen skeptischeren Ton als zuvor angeschlagen.

Zu den Verlierern in Tokio gehörten Unternehmen, die stark in China engagiert sind. So fielen beispielsweise die Titel der Baumaschinen-Hersteller Komatsu und Hitachi Construction Machinery um jeweils rund zwei Prozent.

In Seoul konnten die Titel von Samsung einen kleinen Teil ihres Absturzes vom Montag nach der Niederlage im Patentstreit mit Apple wettmachen und kletterten um 1,2 Prozent. An der Hongkonger Börse stürzten dagegen die Titel von Foxconn um gut sechs Prozent ab, nachdem der weltgrößte Handy-Auftragsfertiger einen unerwartet hohen Verlust für das erste Halbjahr ausgewiesen und sich zurückhaltend zu den Geschäftsaussichten geäußert hatte.

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