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24.06.2013

08:44 Uhr

Börse Tokio

Turbulenzen in China belasten Asiens Börsen

Die Aktienkurse in Japan schwanken stark. Die Börse in Tokio startete mit deutlichen Gewinnen, gab dann aber stark nach. Die Aktien außerhalb Japans fielen auf den niedrigsten Stand seit Anfang September.

Ein Reporter berichtet über die Börse in Tokio. dpa

Ein Reporter berichtet über die Börse in Tokio.

TokioSorgen um die Stabilität des Finanzsystems in China haben die asiatischen Aktienmärkte am Montag auf den niedrigsten Stand seit Anfang September gedrückt. Bei Investoren machte sich zunehmend Verunsicherung über die weitere Entwicklung in China breit, wo die Rekordzinsen am Geldmarkt die Furcht vor einer Finanzkrise geschürt hatten.

Besonders Bankaktien gerieten unter Druck. Zudem belastete weiterhin die Ankündigung von US-Notenbankchef Ben Bernanke die Stimmung, noch in diesem Jahr die Staatsanleihenkäufe zu drosseln und damit langsam aus der ultralockeren Geldpolitik auszusteigen.

Der breit gefasste MSCI-Index für die asiatischen Märkte außerhalb Japans verlor 1,8 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand seit neuneinhalb Monaten. In China gab der Index der Börse Shanghai mehr als fünf Prozent nach, in Hongkong sanken die Kurse um mehr als zwei Prozent.

Besonders Finanzaktien gehörten zu den Verlierern: Ein entsprechendes Barometer brach in Shanghai um 7,1 Prozent ein, das ist der größte Kursverlust seit November 2008. Für Verunsicherung sorgte die Erklärung der Zentralbank, die Finanzbranche verfüge über ausreichend Liquidität. Die Mitteilung war auf den 17. Juni datiert, wurde aber am Montag veröffentlicht.

Die Anleger sehen die Erklärung als Anzeichen, dass die Notenbank an ihrer restriktiven Geldpolitik festhält. Die Weigerung der Zentralbank, den Markt weiterhin mit Geld zu fluten, hatte am Freitag in der Volksrepublik die Zinsen am Geldmarkt auf Rekordwerte getrieben.

Am Wochenende deuteten Berichte von Staatsmedien darauf hin, dass die Regierung in Peking gegen das Schattenbanken-System vorgehen will, das für die Finanz-Engpässe in dem Land verantwortlich gemacht wird. "Die chinesischen Behörden tun das bewusst, damit die Investoren sich über die Anpassungsschwierigkeiten bewusst werden, die Strukturreformen der Regierung begleiten müssen", sagte Xiao Minjie, Volkswirt in Tokio. "Sie sollen sich nicht darauf einstellen, dass die Regierung schon eine harte Landung vermeiden wird."

In Japan verloren die Aktienmärkte ebenfalls, der Nikkei-Index gab 1,26 Prozent auf 13.062 Punkte nach. Zunächst waren die Kurse um mehr als ein Prozent hochgeschossen.

Zwar hebe der schwächere Yen die Stimmung, sagte Ryota Sakagami, Chefstratege bei SMNC Nikko Securities. "Die Investoren sind aber zurückhaltend, Exportwerte zu kaufen, weil die Situation im Ausland unsicher ist." China gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Japans.

Von

rtr

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