Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.10.2011

08:31 Uhr

Börse Tokio

Unsicherheit in Europa drückt Nikkei ins Minus

Die Schuldenkrise in Europa und die Diskussion über die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF haben am Donnerstag die Stimmung der Anleger in Fernost gedrückt. Vor dem EU-Gipfel am Wochenende wächst die Skepsis.

Ein Mann vor einer Börsentafel in Tokio. dapd

Ein Mann vor einer Börsentafel in Tokio.

TokioIn Tokio ist der Nikkei-Index mit einem Minus von rund ein Prozent bei 8.682 Punkten aus dem Handel gegangen. Der breiter gefasste Topix gab um 0,7 Prozent auf 746 Stellen nach. Auch die Aktienmärkte in Hongkong , Shanghai, Singapur , Taiwan , Südkorea und Australien verzeichneten Verluste.

Händler reagierten enttäuscht auf Äußerungen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der die Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise als festgefahren bezeichnet hatte. Dies schürte Sorgen, dass sich die europäischen Staats- und Regierungschefs bei ihrem Krisengipfel am Wochenende nicht auf eine umfassende Lösung zur Eindämmung der Schuldenkrise verständigen könnten. Der Euro verlor an Wert.

Im Anschluss eines Krisentreffens von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sarkozy am Mittwochabend in Frankfurt wurden zunächst keine Details zum Inhalt der Gespräche bekannt. Die europäischen Regierungen verhandeln derzeit fieberhaft darüber, mit welchen Mitteln der Rettungsschirm EFSF schlagkräftiger gemacht werden kann. „Der Markt wird kommende Woche nach dem EU-Gipfel zittrig sein“, sagte der Analyst Yutaka Miura von Mizuho Securities. Doch auch vor dem EU-Treffen am Sonntag hielten sich Investoren aus Unsicherheit über die weitere Entwicklung in der Euro-Zone zurück. Der Handel fiel entsprechend dünn aus. Bei den Einzelwerten standen erneut Aktien des Kamera- und Endoskopherstellers Olympus im Interesse der Anleger.

Das Unternehmen hatte am Mittwoch eingestanden, in Zusammenhang mit einem Zukauf ungewöhnlich hohe Summen an Berater gezahlt zu haben. Der am Freitag entlassene Chef Michael Woodford will die Vorgänge von der japanischen Börsenaufsicht untersuchen lassen. Die Aktie von Olympus verlor 4,9 Prozent.

In New York hatte zuvor ein skeptischer Konjunkturausblick der US-Notenbank Federal Reserve die Wall Street deutlich belastet. Die Fed stellte in ihrem Wirtschaftsbericht Beige Book fest, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten in den USA weiter eingetrübt haben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer bei 11 504 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,3 Prozent nach auf 1209 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sogar 2,0 Prozent auf 2604 Punkte.

Bei den Devisen gab der Euro in Fernost zum Dollar leicht nach. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3691 Dollar bewertet nach 1,3754 Dollar im späten US-Handel am Vortag. Der Schweizer Franken notierte bei 0,9066 je Dollar und 1,2424 Franken je Euro.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×