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08.06.2012

09:23 Uhr

Börse Tokio

US-Notenbank enttäuscht Anleger

Die Ratingagenturen stellen Spaniens Kreditwürdigkeit in Frage. US-Notenbankchef Bernanke bremst Hoffnungen auf neue Konjunkturhilfen. Die Börse in Tokio reagiert mit einem deutlichen Minus.

Vor der Börse in Tokio. dpa

Vor der Börse in Tokio.

TokioBelastet von Sorgen um die Euro-Zone haben die asiatischen Börsen am Freitag Federn lassen. Auch zeigten sich die Investoren enttäuscht, dass die US-Notenbank (Fed) keine sofortigen Maßnahmen zur Konjunkturbelebung ergreift. Fed-Chef Ben Bernanke wollte sich im US-Kongress nicht auf weitere Geldspritzen festlegen und erklärte, Geldpolitik sei kein Allheilmittel. Nur im Notfall will die Fed die Wirtschaft weiter stützen. Auch die Freude über eine erfolgreiche Emission spanischer Anleihen hielt nicht lange, denn die Ratingagentur Fitch senkte ihre Bonitätsnote für das krisengeschüttelte Euro-Land.

Ratingagentur Fitch stuft Spanien herab

Video: Ratingagentur Fitch stuft Spanien herab

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Zudem sahen Investoren die Senkung der Leitzinsen der chinesischen Notenbank zum Wochenschluss in einem anderen Licht. Am Donnerstag hatten die Aktienmärkte erleichtert auf den Konjunkturimpuls der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt reagiert, mit dem kaum ein Experte noch in diesem Jahr gerechnet hatte. "Die Zinssenkung sollte positiv sein, sie kommt jedoch zu einem verdächtigen Zeitpunkt", sagte Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. "Sie bringt die Leute auf den Gedanken, dass wirklich schlechte Nachrichten am Wochenende bekanntgegeben werden", ergänzte er. Dann stehen eine Reihe von wichtigen chinesischen Konjunkturdaten für Mai zur Veröffentlichung an.

In Japan schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,1 Prozent tiefer auf 8459,2 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index fiel 1,8 Prozent auf 717,7 Punkte. Auch andere wichtige Börsen in Fernost gaben nach. Der MSCI-Index für Aktien der Asien-Pazifik-Region mit Ausnahme Japans lag 1,3 Prozent im Minus. Verluste von rund einem Prozent verbuchten die Märkte in Australien, Taiwan, Hongkong und Singapur. Der Aktienmarkt in Shanghai präsentierte sich mit einem moderaten Minus von 0,3 Prozent.

Bei den Einzelwerten in Japan brachen die Aktien des kriselnden Elektronikriesen Sony um 5,3 Prozent ein. Zuvor hatte Morgan Stanley MUFG Securities die Dividendenpapiere heruntergestuft. Gegen die allgemeine Markttendenz rückten die Anteilsscheine von Advantest um 0,5 Prozent vor. Die Aktien des Chipausrüsters profitieren von einer Kaufempfehlung, die von Deutsche Securities ausgesprochen wurde. Die Anteilsscheine des defizitären Chipherstellers Renesas kletterten knapp 19 Prozent in die Höhe. Ein Börsianer erklärte den Kurssprung mit Rückkäufen der Aktien durch Fonds.

Wie der Wall-Street-Handel lief

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In den USA war der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Donnerstag 0,4 Prozent fester mit 12.460 Punkten aus dem Handel gegangen. Der breiter gefasste S&P-500 blieb mit 1315 Zählern nahezu unverändert, der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,5 Prozent auf 2831 Stellen.

An den Devisenmärkten fiel der Euro am Morgen auf 1,2505 Dollar von 1,2563 Dollar am Donnerstagabend in New York. Nach der überraschenden Zinssenkung Chinas war der Euro zuvor zeitweise bis auf 1,2625 Dollar geklettert.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:29 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

08.06.2012, 09:39 Uhr

Die Konjunkturhilfen und QE 3 kommen erst, wenn "Erbarmo" die Wahl verloren hat.
In der Privatbank FED, der Organisation der Finanzmafia, gibt es nicht allzu viele Freunde der Demokraten.
Daran ändert sich auch nichts, trotz der milliardenschweren Ausgaben für Wahlkampf, an denen sich auch die Bankster beteiligen.
Es gibt nur dann einen schnellen Termin für das Anwerfen der Gelddruckmaschinen, wenn der Euro noch vor den US-Wahlen das Zeitliche segnet - was inzwischen viele Amerikaner erwarten.

malvin

08.06.2012, 10:33 Uhr

Problem ist, dass die Ratingagenturen nicht objektiv sind. Und in Europa ist der Plan gescheitert, eigene Ratingagenturen einzuführen. Das waren alles nur Lippenbekenntnisse. Es ist politisch gewollt, dass USA zu Unrecht sein 3-AAA behält und Spanien etc zu Unrecht seine Bonität verliert!! Dabei wäre es für die euopäischen Staaten wichtig, dass sie wieder im Porfolio der großen Rentenversicherung/fonds sind.

Leider haben die Politiker Angst vor der Wahrheit, die da wäre: Die USA verlöre seine Bonität!!!

Am Ende wird das Desaster nur verschleppt.

Der positive Effekt für Europa ist, dass nun Ländern der PIIGS die auch dringend erforderlichen Reformen aufgezwungen werden, Banken saniert werden und (hoffentlich) Steuerbetrug, Korruoption bekämft werden.

Mein Vorschlag: Jetzt die Reformen durchdrücken (das ist schmerzhaft aber heilend, wie eine Operation). Dann eigene Ratingagenturen installieren, und schon geht die Post ab.

Aber ich kann Deutschland nur davor warnen, in irgendwelche Haftungsfallen zu tappen. Traaditionsgemäß sind dei PIIGS eben auch korrupter, die STeuermoral unterirdisch. Daher würde ein Geldstrom aus Nordeuropa in dunkle Kanäle in den PIIGS fließen. Davor kann man nur warnen!!!

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