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05.08.2011

08:29 Uhr

Börse Tokio

Verkaufswelle erfasst Asien

Nach den Verlusten an der Wall Street und in Europa sind am Freitag auch die Börsen in Asien auf Talfahrt gegangen. Zu den größten Verlieren in Tokio gehörten vor allem Export- und Finanzwerte.

Minuszeichen so weit man blickt: Den Nikkei erwischt es heute auch so richtig. Quelle: Reuters

Minuszeichen so weit man blickt: Den Nikkei erwischt es heute auch so richtig.

TokioDie Talfahrt der Weltbörsen hat sich am Freitag in Asien ungebremst fortgesetzt. Nach dem Ausverkauf an den Aktienmärkten in Europa und den USA brachen die Kurse in Fernost auf breiter Front ein. Händler verwiesen auf die Sorgen um die Weltwirtschaft und die europäische Schuldenkrise. Anleger stießen Aktien ab und retteten sich in die vermeintliche Sicherheit von Währungen und Staatsanleihen. Einige Börsen brachen mehr als fünf Prozent ein. „Das ist wie ein Kniereflex: Wir verlieren, weil alle Angst haben, dass Italien seine Schulden nicht mehr bezahlen kann“, sagte Michael Heffernan von der australischen Austock Gruppe. Am Markt wurde auch mit Verlusten der wichtigen europäischen Börsen wie dem Dax gerechnet.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 3,7 Prozent im Minus bei 9299 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index büßte bis zum Handelsschluss 3,1 Prozent auf 800 Punkt ein. Die Aktienmärkte in Südkorea, Taiwan und Singapur und Shanghai verloren ebenfalls deutlich.

Am Donnerstag waren die Kurse an der Wall Street abgerutscht. Der Dow Jones fiel mehr als vier, der Nasdaq-Index sogar mehr als fünf Prozent. Auch die Börsen in Lateinamerika und Europa gaben kräftig nach. In Frankfurt sank der Dax um 3,4 Prozent.

Bilanz einer Horrorwoche

Schweizer Franken

+ 6 Prozent (gegen Euro, seit 27.07.)

Gold

+ 2,7 Prozent (seit 27.07.)

Silber

- 1,5 Prozent (seit 27.07.)

Öl (Brent)

- 7 Prozent (seit 27.07.)

Nikkei

- 7,4 Prozent (seit 27.07.)

Dow Jones

- 7,5 Prozent (seit 27.07.)

Nasdaq

- 7,5 Prozent (seit 27.07.)

Hang Seng (Hongkong)

- 7,7 Prozent (seit 28.07.)

S&P 500

- 8 Prozent (seit 27.07.)

Ibex 35 (Spanien)

- 8,5 Prozent (seit 27.07.)

Bovespa (Brasilien)

- 9,4 Prozent (seit 27.07.)

EuroStoxx 50

- 10 Prozent (seit 27.07.)

CAC 40 (Frankreich)

- 10,1 Prozent (seit 27.07.)

SMI (Schweiz)

- 10,8 Prozent (seit 27.07.)

FTSE (Großbritannien)

- 11,3 Prozent (seit 28.07.)

Dax

- 12,3 Prozent (seit 27.07.)

MIB (Italien)

- 13,1 Prozent (seit 28.07.)

Neben den Sorgen vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa befürchten die Anleger, dass die US-Wirtschaft in die Rezession zurückfallen könnte und damit auch die Weltwirtschaft mitreißt. An den Märkten kamen Spekulationen auf, die japanische Notenbank greife erneut am Devisenmarkt ein. Das japanische Finanzministerium wollte dies nicht kommentieren. Die Investoren warteten mit Spannung auf neue Daten vom kriselnden US-Arbeitmarkt, die später am Tag veröffentlicht werden, wie Analyst Fumihito Akiyama von Sparx Asset Management erläuterte.

In Tokio kamen vor allem Export- und Finanzwerte unter die Räder. Ein institutioneller Fondmanager mit einem Portfolio von rund 400 Milliarden Yen sagte, er versuche, Papiere loszuwerden, die von einer ausländischen Nachfrage abhingen. Wie andere Anleger auch stieß er Aktien von Autoherstellern, Handelsunternehmen und Elektronik-Herstellern ab und versorgte sich mit Titeln von Einzelhändlern und Textilherstellern. Die Papiere von Toyota gaben 3,2 Prozent nach. Der Unterhaltungselektronikriese Sony verlor mehr als fünf Prozent. Die Papiere der Großbank Mizuho Financial fielen um 4,7 Prozent.

Die Furcht vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise brachte auch den Euro erneut unter Druck. Zum Schweizer Franken fiel die Gemeinschaftswährung auf ein Rekordtief von 1,0710 Franken, erholte sich aber wieder leicht. Zur US-Währung gab der Euro auf ein Drei-Wochen-Tief von 1,4059 Dollar nach, machte aber ebenfalls etwas Boden gut und tendierte bei 1,4084 Dollar.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Kalle

05.08.2011, 06:51 Uhr

Die Rezession wird eingeläutet. Die Stabilität der Märkte und des Dollars schwindet. Bin gespannt was die Politik uns jetzt serviert damit wir den Parolen noch Glauben schenken sollen.

Ergo

05.08.2011, 08:59 Uhr

Na jede Menge Schuldzuweisungen an andere Personen und höhere Gewalt,ist doch klar.
Alles wie gehabt.Mit ihrer Pension setzen sie sich dann
zur Ruhe und fangen an zu saufen.

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