Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.08.2012

12:07 Uhr

Börse Vietnam

Ein Banker wird verknackt, die Kurse stürzen

In Vietnam ist einer der reichsten Banker des Landes wegen „illegaler Geschäftspraktiken“ festgenommen worden. Die Nachricht hat am Dienstag zu dem größten Kurssturz an der Börse seit fast vier Jahren geführt.

Nguyen Duc Kien muss hinter Gitter. Reuters

Nguyen Duc Kien muss hinter Gitter.

HanoiDer VN-Index brach um 4,8 Prozent auf 416 Punkte ein. Nguyen Duc Kien (48) wurde am Montagabend festgenommen, teilte das Ministerium für öffentliche Sicherheit mit. Der Multimillionär mit besten Verbindungen in Politik und Wirtschaft gehört zu den 20 reichsten Männern Vietnams. Er ist Mitgründer der Asia Commercial Joint Stock Bank, einer der größten privaten Banken Vietnams. Er hat zudem Beteiligungen an mehreren anderen Banken.

Im Visier der Steuerfahnder

Wenn der Steuerfahnder klingelt

Nicht nur Multimillionäre geraten schnell ins Visier der Finanzämter. Dann können auch Hausdurchsuchungen anstehen. Handelsblatt Online verrät, wie sich Betroffene in solchen Fällen verhalten sollten.

Es wird kein Zuckerschlecken

Schön wird es nicht, wenn der Fahnder klingelt. Unvermittelt stehen die ermittelnden Beamten, Staatsanwalt und ein Vertreter der Stadt vor der Tür. Gesucht wird immer nach Beweismitteln und vermutet wird eine Straftat. Und immer ist es auch ein erheblicher Einschnitt in die Privatsphäre.

Tür öffnen

Steuerfahnder sind keine GEZ-Fernsehgebühreneintreiber. Das bedeutet: Die Strategie "Einfach nicht die Tür öffnen und warten bis sie wieder gehen" funktioniert in der Regel nicht. In der Praxis kommt dann der Schlüsseldienst oder der Fahnder verschafft sich selbst zutritt.

Beschluss anfordern

Nur mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss darf durchsucht werden. Also in jedem Fall danach fragen. Und ihn lesen! Denn meist steht darin, was und wo die Beamten suchen dürfen. Suchen sie erkennbar auch nach anderen Dingen, ist dies unzulässig und muss nicht geduldet werden.

Eine Vermutung reicht aus

Eine Durchsuchung ist schon dann zulässig, wenn nur die Vermutung besteht, dass man Beweismittel finden wird. Ein Widerspruch oder Beschwerde gegen einen Durchsuchungsbeschluss bringt daher in der Regel nichts.

Gründlichkeit vor Ort

Das wissen auch die Fahnder. Sind sie einmal da, kann man davon ausgehen, dass sie ihre Aufgabe sehr sorgfältig erledigen. Verhindern lässt sich das nicht, also sollte man sich in Geduld üben. Widerstand gegen die Durchsuchung und Beschlagnahme gefundener Gegenstände ist also völlig sinnlos.

Keine Auskunft

Betroffene können nicht viel tun. Sie müssen nur die Durchsuchung ertragen. Eine Mitwirkungspflicht oder Auskunftspflicht besteht nicht. Ein wenig Höflichkeit schadet aber nie.

Keine Deals

Manch Fahnder mag sehr nett sein und das ein oder andere Verhandlungsangebot machen. Oder er versucht ein Geständnis zu entlocken, in dem er eine Strafmilderung in Aussicht stellt oder verspricht, die Wohnung weniger zu durchwühlen. Doch so einfach ist das nicht. Der Betroffene weiß nicht, wie es um ihn steht, und was die Ermittler wirklich wissen. Er sollte jeden Deal ignorieren und schleunigst einen Anwalt einschalten.

Freiwillige Herausgabe von Unterlagen

Wer sehr sicher ist, dass er gar nicht der Beschuldigte in dem Verfahren ist, kann auch mehr tun. Vielleicht wird ein wenig weniger gewühlt, wenn er Gesuchtes herausgibt. Aber wirklich nur dann, wenn man auf keinen Fall verdächtig ist.

Objekte der Begierde

Im Fernsehkrimi ist das ja auch hübsch anzusehen, wie da die Körbe hinausgetragen werden. Meist geht es um folgende Objekte: Handies, Datenträger, Computer oder Akten mit Kontoauszügen. Letztere sollten Steuersünder ja eigentlich nie daheim haben.

Ihm drohten Anklagen im Zusammenhang mit drei seiner Firmen, darunter die Hanoi-Asia Finance Company, sagte der Gouverneur der Zentralbank, Nguyen Van Binh, im Parlament. Genauere Angaben machte er nicht.
„Die Händler waren schon in schlechter Stimmung“ sagte Aktienhändlerin Nguyen Khai von der Firma FPT Securities in Hanoi. „Als die Nachricht von der Festnahme kam, ist Panik ausgebrochen.“

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

21.08.2012, 12:45 Uhr

Unglaublich! Wie konnte so etwas geschehen?!?
Ein Banker soll für die Folgen seines Handelns geradestehen?!
Hallo barack Obama, hallo Grossbritannien, bitte sofort einmarschieren! Das ist schlimmer als Kommunismus und der Vatikan zusammen.
Wehret den Anfängen!

Account gelöscht!

21.08.2012, 12:45 Uhr

...der Nächste, bitte... ;-)

Oelblase

21.08.2012, 13:24 Uhr

Was ist das schon wieder für eine armselige Berichterstattung ?!

Wer sich den Dow Jones anschaut, weiß warum die Kurse eingestürzt sind. In paar Tagen bzw. Wochen wird der DAX auch am Tag 4% verlieren. Ich bin schon gespannt, welchen bescheuerten Grund die Medien dafür finden werden.

Es ist aber ganz einfach: wenn der Dow Jones mal hustet, haben wir hier sofort die Grippe.

Außerdem ist in Schwellenländern ein Kursrückgang um 4% kein Einsturz, sondern es sind gang normale Abgaben, die ca. 25-50 Mal pro Jahr eintreten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×