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10.01.2011

19:45 Uhr

Börse Zürich

Pharmawerte und Finanztitel drücken SMI

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montagabend mit deutlichen Verluste beendet. Damit sind die in der ersten Handelswoche des neuen Jahres erreichten Gewinne bereits wieder vollständig weggeschmolzen.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montagabend mit deutlichen Verluste beendet. Damit sind die in der ersten Handelswoche des neuen Jahres erreichten Gewinne bereits wieder vollständig weggeschmolzen. Die Stimmung unter den Investoren sei nicht wirklich schlecht gewesen, aber auch nicht gut, sagte ein Händler in Zürich. Viele Stimmen attestierten den Aktien zwar weiteres Aufwärtspotential, so richtig werde diesen Prognosen aber nicht getraut.

Die stärksten negativen Impulse kamen dabei von den defensiven Pharmawerten sowie von Seiten der Finanztitel. Diese litten unter aufkommenden Gerüchten, dass Portugal sich unter den EU-Schutzschirm stellen müsste, was die Eurokrise verstärken könnte. Das Gesamtsentiment wurde zudem getrübt vom anstehenden Krisengipfel in Sachen starker Schweizer Franken, wo auch eine Beschränkung der Banken im Eigenhandel mit Devisen diskutiert werden soll.

Das Blue-Chips-Barometer SMI schloss um 0,79 Prozent leichter auf 6 446,32 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,88 Prozent auf 1 022,39 Punkte und der breite SPI 0,77 Prozent auf 5 783,09 Punkte.

Größte Verlierer waren Lonza (-4,4 Prozent), welche von einer Abstufung durch die Deutsche Bank auf "Sell" gedrückt wurden. Die Senkung reflektiere in erster Linie die Reduktion der Gewinnschätzungen, hieß es bei der Bank zur Begründung. Außerdem hat CEO Stefan Borgas der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" vom vergangenen Samstag von den Plänen von Lonza berichtet, in das Geschäft mit Biosimilars einzusteigen.

Bei den Finanzwerten schlossen UBS (-1,3 Prozent), CS (-0,6 Prozent), Zurich Financial Services (-1,4 Prozent) und Swiss Re (-1,7 Prozent) mit deutlichen Verlusten. Die Aktien litten wegen der Sorgen um Portugal sowie den neuen EU-Bankenabgaben in Europa. Auch herrschten Unsicherheiten wegen dem übers Wochenende bekannt gewordenen Gipfel zum Thema starker Schweizer Franken, den der Bund der "NZZ" zufolge unter der Federführung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) für diese Woche einberufen hat. Weiter litten vor allem Bankentitel unter einer Branchenrückstufung der KBW.

Einzige Ausnahme bildeten Julius Bär (+0,1 Prozent). Die Aktien der Privatbank wurden jedoch auch nicht in der KBW-Studie namentlich erwähnt, weshalb die Vermutung nahe liege, dass die Einstufung "Marketperform" für die Titel erhalten geblieben sei, lautete der Kommentar eines Marktbeobachters.

Neben den Finanzwerten drücken den Leitindex vor allem die Pharmawerte Roche (-1,1 Prozent) und Novartis (-0,6 Prozent) sowie ABB (-0,7 Prozent). Novartis hat für die Generika-Tochtergesellschaft Sandoz den Beginn einer Phase-II-Studie bekanntgegeben, mit welcher die Entwicklung eines Biosimilars zum Blockbuster Rituxan von Roche vorangetrieben werden soll. Zudem kamen in London Gerüchte auf, dass die Novartis-Tochter Sandoz und Mylan Labs Übernahmeverhandlungen führen. Da dies den finanziellen Raum für Aktienrückkäufe schmälern könnte, sei die Nachricht im Markt eher negativ aufgenommen worden, so ein Händler.

Markantere Abgaben verzeichneten zudem Transocean (-1,4 Prozent) und Petroplus (-2,7 Prozent), aber auch Geberit (-2,3 Prozent) und Nobel Biocare (-2,0 Prozent). Geberit gaben im Vorfeld der Umsatzpublikation nach, während bei Nobel Biocare die zurückgewiesene Übernahmeofferte von Johnston & Johnston an Smith & Nephew für Gewinnmitnahmen sorgte. Nobel Biocare-Aktien hatten im Vorfeld deutlich zugelegt, als Übernahmespekulationen in der Medizinalbranche die Runde machten.

Im Plus schlossen bei den SMI-Titeln neben Julius Bär einzig noch Synthes (+0,3 Prozent). Synthes werden vor allem von Übernahmespekulationen getrieben. Derselbe Grund ist mitverantwortlich für einen weiteren Titel ohne Verluste, Givaudan (+1,1 Prozent). Der SLI-Titel erhält etwas Auftrieb, nachdem der US-Chemiekonzern Dupont ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den dänischen Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen, Danisco, abgegeben hat.

SGS (-0,6 Prozent) schlossen im Minus, nachdem sich die Aktie im Tagesverlauf besser gehalten hatte als der Gesamtmarkt. Der Warenprüfkonzern hatte am Morgen die Übernahme der chinesischen Tianjin Tianbao Construction Materials Testing bekanntgegeben. Dies ist bereits die fünfte kleinere Übernahme seit Anfang November.

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