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01.03.2017

06:19 Uhr

Börsen Asien

Anleger enttäuscht von Trump-Rede

Die Investoren in Fernost haben Trumps Rede vor dem US-Kongress mit Spannung erwartet. Doch Details darüber, wie der US-Präsident die Wirtschaft ankurbeln will, blieben aus. Dollar und Aktien bewegten sich kaum.

Vor einer Anzeigetafel der Börse in Tokio. AFP; Files; Francois Guillot

Tokio

Vor einer Anzeigetafel der Börse in Tokio.

TokioDie mit Spannung erwartete erste Rede von Donald Trump als US-Präsident vor dem US-Kongress hat sich bisher kaum auf die Finanzmärkte ausgewirkt. Am Devisenmarkt, der gewöhnlich sehr schnell und sensibel auf politische Aussagen reagiert, bewegte sich der Dollar in einer engen Handelsspanne kaum. Zuletzt kostete ein Euro 1,0563 Dollar und damit in etwa so viel wie vor der Rede.

Im asiatischen Handel gab die US-Währung bis auf 112,80 Yen je Dollar nach. Kurz vor der Rede hatte der Kurs noch bei 113,13 Yen gelegen. Händler begründeten die Entwicklung damit, dass Trump zunächst keine Details zu seinem angekündigten Programm zur Ankurbelung der US-Wirtschaft nannte.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

Zuvor am Tag triebt die Yen-Schwäche zum Dollar vor allem Papiere exportorientierter Unternehmen an. Im Vormittagshandel vor Trumps Rede stieg der Tokioter Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte um 0,7 Prozent auf 19.255 Punkte. Der breiter gefasste Topix legte 0,5 Prozent zu auf 1542 Zähler nach. Unter den Einzelwerten legten Mazda 2,6 Prozent und Toyota 1,3 Prozent zu.

Der Dax wird beim Broker IG leicht im Plus indiziert. Die Indikation beim US-Standardwerteindex deutet ebenfalls auf einen leichten Anstieg hin. Am Dienstag hatte der Leitindex Dow Jones Industrial wegen der Unsicherheit vor der Rede Trumps 0,12 Prozent auf 20 812,24 Punkten verloren und damit seine zwölftägige Serie mit Schlussrekorden beendet.

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