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20.01.2016

08:55 Uhr

Börsen Asien

Asien-Märkte auf niedrigstem Stand seit vier Jahren

Nach dem Auf und Ab der Wall Street haben die Börsen in Fernost den Handel mit großen Verlusten beendet. Grund für die Verunsicherung der Anleger ist der andauernde Ölpreisverfall. Vor allem der Nikkei leidet.

Vor einem Börsenanzeigefenster in Tokio. dpa

Tokio

Vor einem Börsenanzeigefenster in Tokio.

TokioDer erneute Rückgang der Ölpreise hat die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch wieder auf Talfahrt geschickt. Nur einen Tag nachdem die Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen in China für etwas Hoffnung und Erholung gesorgt hatte, stürzten die Kurse auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren ab. Nach einer Warnung der Internationalen Energie-Agentur, die Ölmärkte könnten in diesem Jahr „im Überangebot ertrinken“, fiel der Preis für US-Öl am Mittwoch um mehr als zwei Prozent – unter die Marke von 28 Dollar je Barrel (rund 159 Liter), auf den tiefsten Wert seit September 2003.

In Tokio büßte der Nikkei 3,7 Prozent auf 16.416 Punkte ein. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel fast drei Prozent auf ein zuletzt im Oktober 2011 erreichtes Niveau. Auch in China gaben die Kurse nach, allerdings fielen die Verluste dort etwas moderater aus. In Shanghai notierte der Aktienmarkt ein Prozent tiefer. Der Index der wichtigsten Unternehmen an den Börsen in Shanghai und Shenzhen büßte 1,5 Prozent ein.

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Deutsche Staatsanleihen

Es war vor allem die Europäische Zentralbank die mit ihren Anleihekäufen die Kurse auch der deutschen Staatsbonds immer weiter nach oben trieb. Im Gegenzug sackten die Renditen. Zuletzt sind sie aber wieder gestiegen – so dass für Anleger mit Bundesanleihen nur magere Erträge aus Kursgewinnen und Zinsen blieben. Wer 100.000 Euro in einen Korb aus Bundesbonds steckte hat jetzt 100.310 Euro auf dem Konto. Das ist weniger als sich im Schnitt mit Tagesgeld erwirtschaften ließ.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr; Wertentwicklung ohne Transaktionskosten
Quelle: Bloomberg

Aktien Euro-Zone

Die Spreizung im Euro-Raum ist recht groß. Der größte Gewinner in diesem Jahr ist bislang die Börse in Dublin, die mehr als 30 Prozent zulegte. Die Indizes in Spanien, Luxemburg und vor allem in Griechenland und Zypern stürzten dagegen ab. Der Euro Stoxx 50 für die Standardwerte im Euro-Raum gewann 5,1 Prozent, somit wurden aus 100.000 Euro 105.100 Euro.

Deutsche Aktien

Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Dax gesteckt hat, kann sich über ein Plus von 10,26 Prozent, also von 10.260 Euro freuen Noch viel besser entwickelten sich Nebenwerte. Der MDax der mittelgroßen Aktien legte rund 23 Prozent zu, der TecDax 34 Prozent. Auch an anderen europäischen Börsen hatten die Small Caps oft die Nase vorn.

Amerikanische Staatsanleihen

Die Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember konnte US-Bonds bislang nicht viel anhaben. Unter dem Strich und im Mittel aller Laufzeiten sind die Kurse etwas höher als zu Jahresbeginn – und die Renditen entsprechend leicht gesunken. In Dollar gerechnet brachten US-Staatsanleihen Investoren so einen Gesamtertrag aus Zinsen und Kursgewinnen von gut einem Prozent. Da der US-Dollar jedoch deutlich zulegte, profitierten Euro-Anleger: Sie können sich 100.000 in US-Staatsanleihen angelegten Euro jetzt über einen Depotstand von 111.650 Euro freuen.

US-Aktien

Die US-Börsen haben sich von ihrem Einbruch im Sommer erholt – und nach jüngsten Spurt bislang ein mageres Jahresplus geschafft. Der gestiegene Dollar hilft aber Euro-Investoren, die nicht währungsgesichert in den USA angelegt haben. Der S&P 500 stieg in Euro gerechnet um 11,81 Prozent. Aus 100 000 Euro wurden bis kurz vor Jahresschluss 111.810 Euro.

Chinesische Aktien

Kaum eine Börse war so in den Schlagzeilen wie die chinesische. Bis zum Frühjahr stieg sie rasant – dann kam der Absturz. Dabei schreckten die Sorgen um eine Abschwächung der Wirtschaft der Volksrepublik die Investoren weltweit auf. Dennoch notierten der Leitindex Shanghai Composite immer noch deutlich fester als zu Beginn 2015 und auch der Yuan hat auf Jahressicht zum Euro zugelegt. So wurden aus 100.000 im Shanghai Composite angelegten Euro 116.980 Euro

Japanische Aktien

Die Notenbank pumpt weiter Geld in den Markt und das Reformprogramm von Ministerpräsident Shinzo Abe zur Ankurbelung der Wirtschaft greift – wenn auch langsamer als viele erwartet hatten. Entsprechend holprig ging es auch 2015 am japanischen Aktienmarkt zu. Unter dem Strich gilt jedoch: Der Nikkei 225 Index gewann 2015 gut neun Prozent. Gleichzeitig wertete der Yen zum Euro kräftig auf. 100.000 in den Index investierten Euro vermehrten sich deshalb auf 120.020 Euro.

Griechische Staatsanleihen

Auch sie verblüffen Investoren und gelten als zu riskant für eine seriöse Anlage. Im Sommer fürchteten die wenigen Anleger die noch griechische Bonds handeln den Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. Die Kurse der Staatsbonds fielen drastisch. Sie erholen sich jedoch seit sich das dritte Hilfspaket für Hellas abzeichnet. Die Folge: Wer 100.000 Euro in griechische Staatsbonds verfügte hat jetzt 121.190 Euro.

Venezolanische Aktien

Die Börse in Caracas ist der Überraschungssieger des Jahres, und das obwohl die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge in der Rezession steckt. An der Börse werden jedoch nur sehr wenige Aktien gehandelt, die Umsätze liegen täglich bei meist nur ein paar tausend Dollar. Aktien sind aber für venezolanische Investoren eine Möglichkeit ihre Bolivar vor dem Wertverfall angesichts der Inflation von 160 Prozent zu retten. Außer den heimischen Investoren legt kaum jemand Geld in Caracas an. Dennoch: Theoretisch konnten Anleger 361.80 Euro verdienen, wenn sie Anfang des Jahres 100.000 Euro in Venezuelas Leitindex IBC investierten.

Die Aussicht auf eine Reihe von Börsengängen sorgte Händlern zufolge für positive Impulse. Die zuständige Aufsicht hat jüngst insgesamt sieben Neuemissionen genehmigt und dafür erstmals neue Regelungen angewendet. In Hongkong gaben die Kurse um 3,5 Prozent nach.

In Tokio gehörten Exportwerte zu den größten Verlierern: Die Aktien von Sony brachen rund acht Prozent ein. Mit den Papieren von Nissan ging es fast fünf Prozent nach unten. Der Rückgang des Ölpreises verunsicherte die Anleger und schürte die Sorgen um die Weltwirtschaft. Zudem blieben Investoren vor den Sitzungen der japanischen und der amerikanischen Notenbank in der kommenden Woche wohl in der Defensive, sagten Händler.

Der Euro legte im Fernost-Handel 0,4 Prozent auf 1,0947 Dollar zu.

Von

rtr

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