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26.08.2015

10:40 Uhr

Börsen Asien

Chinas Börsen schließen im Minus

Aufstieg nach dem Fall: Die überraschende Zinssenkung in China ließ die Börsen in Asien nach deutlichen Schwankungen im Minus schließen. Die Stabilität ist noch nicht an die Märkte zurückgekehrt.

Vor einem Börsenanzeigefenster in Tokio. Reuters

Börse Tokio

Vor einem Börsenanzeigefenster in Tokio.

Schanghai, TokioDie überraschende Zinssenkung in China hat am Mittwoch für eine breite Erholung an den Aktienmärkten in Fernost gesorgt. Investoren hielten den Schritt für überfällig, nachdem die chinesischen Börsen in den vorangegangenen drei Handelstagen um fast 20 Prozent eingebrochen waren.

Doch auch das Eingreifen der Zentralbank konnte die Sorgen um die zweitgrößte Volkswirtschaft nicht verscheuchen. Die Kurse schwankten sowohl in Schanghai als auch in Tokio vor allem zu Handelsbeginn zwischen Gewinnen und Verlusten. Anders als in Europa war zuvor an der Wall Street die Freude über die Zinssenkung rasch verpufft, und die US-Börsen schlossen nach einem Höhenflug erneut im Minus.

In Tokio kletterte der Nikkei-Index um 3,2 Prozent auf 18.376 Punkte. „Wir sehen einige Käufe von Schnäppchenjägern, und viele wichtige Aktien mit einem Bezug zu China scheinen positiv auf den Schritt der chinesischen Notenbank PBoC zu reagieren“, sagte Gavin Parry von Parry International Trading in Hongkong.

Allerdings sei noch schwer auszumachen, ob an den Märkten wirklich wieder Stabilität eingekehrt ist. Zulegen konnten vor allem große Exportfirmen, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist. So stiegen die Aktien des Industrieroboter-Herstellers Fanuc um knapp fünf Prozent. Toyota -Anteilsscheine kletterten um rund drei Prozent, die Papiere von Nissan und Panasonic sogar um über sechs Prozent.

Der Leitindex der Börse Shanghai ging am Mittwoch 1,3 Prozent tiefer bei 2926 Zählern aus dem Handel, nachdem der Index in einem stark schwankenden Handel zeitweise mehr als vier Prozent im Plus gelegen hatte. Seit Monatsbeginn hat die Furcht vor einem Konjunktureinbruch in China den Leitindex bereits um rund 19 Prozent einbrechen lassen.

Angesichts der seit Wochen anhaltenden Markt-Turbulenzen hatte die chinesische Zentralbank am Dienstag die Zinsen gesenkt. Zudem haben Banken künftig mehr Freiraum zur Kreditvergabe, was die nach den USA weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft ankurbeln soll. Dies ging einigen Anlegern aber nicht weit genug. "Auf was der Markt wartet, ist eine 'große Bazooka' an staatlichen Ausgaben", sagte der Leiter der Kapitalanlagen bei DBS, Lim Say Boon.Mehr als zwei Prozent legte zudem der Markt in Südkorea zu. Der MSCI-Index asiatischer Märkte außerhalb Japans notierte knapp ein Prozent höher.

Nach dem Absturz der Märkte hatte die chinesische Zentralbank am Abend die Zinsen gesenkt sowie die Höhe der Geldreserven, die Banken vorhalten müssen. Dieser Schritt ging einigen Anlegern aber nicht weit genug. "Auf was der Markt wartet, ist eine 'große Bazooka' an staatlichen Ausgaben", teilte der Leiter der Kapitalanlagen bei DBS, Lim Say Boon, mit. „Man kann den Konsum nicht durch die Senkung der Zinssätze ankurbeln, zumindest nicht in Asien. Auch die Netto-Exporte lassen sich nicht durch Zinsraten anschieben.“

Von

rtr

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