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31.08.2015

10:47 Uhr

Börsen Asien

Journalisten „gestehen“ Mitschuld an Kurssturz

Am Montag geben die Börsen in China nach, auch in Tokio rutschen die Aktienmärkte ins Minus. An dem Kurssturz seit Juni in China sollen Journalisten eine Mitschuld haben. Ein Reporter soll bereits gestanden haben.

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SchanghaiIn den Ermittlungen der chinesischen Behörden wegen der jüngsten Börsenturbulenzen gibt es nach Darstellung amtlicher Medien mehrere Geständnisse. So habe ein Reporter des angesehenen Wirtschaftsmagazins „Caijing“, Wang Xiaolu, zugegeben, auf Grundlage von Gerüchten und eigener Mutmaßungen über den Aktienmarkt geschrieben zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Damit habe er dem Land sowie Investoren große Verluste beschert. Der Finanzjournalist hat nach Angaben der chinesischen Staatsmedien „gestanden”, durch seine Berichterstattung die jüngsten Turbulenzen an Chinas Börse verschuldet zu haben. Er habe zugegeben, dass die von ihm verbreiteten „falschen Informationen” zu „Panik und Unruhe” an den Aktienmärkten geführt und das Vertrauen der Anleger „ernsthaft untergraben” hätten.

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Der staatliche Fernsehsender CCTV zeigte Wang, der sich vor laufender Kamera entschuldigte: „Ich hätte keinen Bericht veröffentlichen dürfen, der den Markt zu so einer heiklen Zeit stark und negativ beeinflusst”, erklärte er und fügt hinzu, dass er dem Land und Börseninvestoren große Verluste beigefügt habe. Dies tue im „zutiefst leid”.

Xinhua zufolge wurden neben Wang auch ein Beamter der Finanzaufsichtsbehörde sowie vier Manager des größten Wertpapierhändlers des Landes, Citic Securities festgenommen. Die Mitarbeiter von Citic, darunter Managing Director Xu Gang, haben nach Angaben von Xinhua Insiderhandelsgeschäfte gestanden. Bei den weiteren drei Mitarbeitern von Citic soll es nach Angaben von Xinhua um Liu Wei, Mitglied des Exekutiv-Komitees, Fang Qingli, Leiter des Finanzgeschäfts, und Chen Rongjie, Leiter alternative Investments handeln. Alle sechs Personen sollen am 30. August verhaftet worden sein.

Chinas Staatsmedien berichten bei Ereignissen von öffentlichem Interesse regelmäßig über angebliche Geständnisse von Verdächtigen. Menschenrechtler kritisieren dies als Verletzung der Strafprozessordnung.

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Zudem hätten 197 Verdächtige Strafen wegen des Verbreitens von Gerüchten über die chinesische Börse sowie über die verheerende Explosionskatastrophe in Tianjin erhalten, teilte das Ministerium für Staatssicherheit mit. In diesem Zusammenhang seien 165 Profile bei sozialen Netzwerken im Internet gesperrt worden. Zur Art der Strafen machte das Ministerium keine Angaben.

Die chinesischen Aktienmärkte sind seit Juni um etwa 40 Prozent gefallen, weil sich das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt abkühlt und die Landeswährung Yuan im August überraschend abgewertet wurde. Die Behörden wollen die Märkte unter anderem stützen, indem sie gegen die Urheber von Falschinformationen vorgehen.

Kommentare (6)

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Herr x y

31.08.2015, 08:54 Uhr

Ja, ja, die Journalisten. Es fällt schon lange auf, dass mindestens zwei Drittel aller Artikel im Konjunktiv (... könnte, würde, müßte, usw.) geschrieben werden, also keine Fakten widergeben, sondern schnell und inhaltlich mehr als dünn auf Stimmungsmache zielen. Auch das HB kann sich da an der eigenen Nase nehmen.

Herr Tom Schmidt

31.08.2015, 08:55 Uhr

War ja klar!!! Hallo Journalisten und speziell Wirtschaftspresse dieser Welt! Das geht so nicht! Bitte jetzt weltweit China und das Potemkinsche Dorf angehen und haarklein analysieren.

Das darf nicht geschluckt werden. Das ist wie im Mittelalter, der König liess den überbringer der Nachricht köpfen! Da muss mit allem entgegen gehalten werden was geht!

Herr Peter Spiegel

31.08.2015, 09:10 Uhr

Nachrichten sind doch dafür da. daß der Anleger sich da "nach richtet". Manchmal geht es halt
schief, wenn der Bürger sich nach den Nachrichten nachrichtet.

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