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03.02.2016

04:13 Uhr

Börsen Asien

Ölpreis lässt Tokioter Werte ins Minus fallen

Die Wall Street hat die Auswirkungen der sinkenden Ölpreise bereits zu spüren bekommen - den asiatischen Börsen ging es zum Auftakt am Mittwoch nicht anders: Die Werte schlitterten ins Minus.

Vor einem Börsenfenster in Tokio. ap

Tokio

Vor einem Börsenfenster in Tokio.

TokioDie weiter fallenden Ölpreise haben am Mittwoch zu einem deutlichen Minus an der Tokioter Börse geführt. Die Verkäufe fänden auf breiter Front statt, sagten Experten. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sich die Lage am Öl-Markt bessert", erklärte Shuji Shirota von HSBC in Tokio zur Stimmung am Markt. Zuvor hatte der Ölpreis schon die US-Märkte belastet. Er ist den vergangenen 18 Monaten um etwa 70 Prozent gesunken.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 3,1 Prozent tiefer bei 17.194 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 3,3 Prozent und lag bei 1405 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 1,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,9 Prozent.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Ein Euro wurde mit 1,0918 Dollar bewertet nach 1,0916 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 119,61 Yen gehandelt nach 119,94 Yen in den USA. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,1119 und zum Dollar mit 1,0189.

Von

rtr

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