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05.01.2014

12:06 Uhr

Börsen-Ausblick

„Die Luft nach oben wird dünner“

Die nur sanfte Drosselung der Geldspritzen durch die US-Notenbank Fed und ein erwarteter wirtschaftlicher Aufschwung lassen Börsianer auf eine Fortsetzung der Rekordjagd hoffen. In der neuen Woche gibt es einige Impulse.

An der Wall Street eröffnet Alcoa am 9. Januar die Bilanzsaison. dapd

An der Wall Street eröffnet Alcoa am 9. Januar die Bilanzsaison.

Frankfurt/New YorkErster wichtiger Impulsgeber könnten die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag werden. Auch der Beginn der US-Bilanzsaison Mitte der Woche könnte sich als Prüfstein erweisen. "Die Luft nach oben wird dünner, aber es gibt nach wie vor gute Gründe dafür, dass neue Höchststände erklommen werden", sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Wir erwarten, dass der Dax innerhalb der nächsten sechs Monate die Marke von 10.000 Punkten nimmt."

Getragen von einer konjunkturellen Stabilisierung und einer Flut billigen Zentralbank-Geldes schaffte der deutsche Leitindex 2013 ein Plus von 25,5 Prozent. An den ersten beiden Handelstagen im neuen Jahr drückten ihn aber Gewinnmitnahmen - es ist der schwächste Jahresauftakt seit 2008. In der abgelaufenen Woche verlor der Dax insgesamt rund 1,6 Prozent auf 9435 Punkte.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Die Bilanz seines US-Pendants fällt für 2013 ähnlich imposant aus: Auch der Dow-Jones-Index gewann mehr als ein Viertel auf 16.576 Zähler und damit so viel wie zuletzt 1995. Zu den US-Börsenstars des abgelaufenen Jahres zählen der Online-Videodienst Netflix, der Elektronik-Einzelhändler Best Buy und Facebook, deren Kurse sich verdoppelten bis fast vervierfachten. Aber auch an der Wall Street fiel der Jahreswechsel mau aus: Der Dow trat auf Wochensicht auf der Stelle. Der Technologie-Index Nasdaq gab 0,6 Prozent nach. Allerdings waren die Umsätze gering, da viele Anleger noch in den Ferien waren oder wegen eines Schneesturms an der Ostküste dem Handel fernblieben.
Die Investoren schauen nun vor allem genau auf die Entwicklung der US-Wirtschaft und die damit verbundene Drosselung der Konjunkturstützen durch die Notenbank Federal Reserve. Schon am Freitag könnten ermutigende Jobdaten den eingeläuteten Kurs des sanften Geldentzugs von Fed-Chef Ben Bernanke rechtfertigen. Analysten erwarten im Schnitt, dass in der weltgrößten Volkswirtschaft im Dezember 193.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden. "Damit wäre wahrscheinlich der Weg frei, auf der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 28./29. Januar die Käufe weiter zu reduzieren", sagt Commerzbank-Experte Christoph Balz.

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Schon ab Januar sollen monatlich nur noch für 75 Milliarden Dollar Anleihen gekauft werden - das sind zehn Milliarden weniger als bislang. Begründet hatte der scheidende Bernanke seine Entscheidung vor allem mit dem sich aufhellenden Jobmarkt. Ab Februar soll die bisherige Vize-Chefin Janet Yellen die Notenbank leiten.

Am Donnerstag tritt die Europäische Zentralbank (EZB) zu ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr zusammen - Impulse erwarten Börsianer davon aber kaum. "Die Aussagen der Ratsmitglieder waren zuletzt eindeutig, so dass kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht", urteilt Helaba-Experte Stefan Mütze.

Auf der Unternehmensseite bleibt es zum Jahresauftakt noch ruhig. Ihre Verkehrszahlen für Dezember geben Air Berlin am 7. Januar und Lufthansa am 10. bekannt. In den USA läutet Alcoa am 9. Januar die Bilanzsaison ein, die allerdings erst eine Woche später so richtig Fahrt aufnimmt.

Von

rtr

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