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15.01.2011

12:00 Uhr

Börsen-Ausblick

In China siegen die Schnellen und Mutigen

VonFinn Mayer-Kuckuk

Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise hat die chinesische Regierung das Land mit Liquidität überschwemmt. Nun folgt eine Periode der strafferen Geldpolitik: Die Zinsen müssen rauf, im Idealfall ohne harte Landung. Eine Erholung steht und fällt langfristig mit der Notenbankpolitik.

Börse in Shanghai: Größtes Risiko in einer zu zögerlichen Zinserhöhung. dpa

Börse in Shanghai: Größtes Risiko in einer zu zögerlichen Zinserhöhung.

PEKING. Der wichtigste Treiber für die Börsen Shanghai und Hongkong wird in diesem Jahr die Geldpolitik der Regierung sein. Alle sind sich einig, dass Peking in den Jahren der Wirtschaftskrise den Markt allzu großzügig mit Liquidität versorgt hat. Nun folgt eine Periode der strafferen Geldpolitik – im Idealfall ohne harte Landung.

Als Anfang 2009 in China die weltweite Wirtschaftskrise akut wurde, hat die Regierung das Land mit Liquidität überschwemmt. Es ist Peking damit gelungen, die Krise auf eine kleinere Wachstumsdelle zu beschränken. Doch zu einem hohen Preis. Ein Konjunkturprogramm in Höhe von 450 Milliarden Euro war flankiert von Zinssenkungen und Vergabe von Bankkrediten in Höhe von zwei Billionen Euro.

Marktexperten sehen das größte Risiko daher nun in zu zögerlichen Zinserhöhungen zu Jahresbeginn. „Wenn der Markt im Frühjahr immer noch zu heiß läuft und die Regierung mit drakonischen Maßnahmen nachhelfen muss, besteht das Risiko einer harten Landung“, sagt Chefstratege Ma Jun von der Deutschen Bank in Hongkong.

Ökonom Ma glaubt jedoch an das günstigere Szenario eines gut eingefädelten Ausstiegs aus der Politik billigen Geldes. In diesem Jahr seien Kursgewinne von 15 Prozent für einschlägige Indizes wie den Shanghai Composite oder den MSCI China möglich. Voraussetzung bleibt, dass die Zentralbank Fingerspitzengefühl beweist und die weiche Landung schafft. Als mögliche Gewinner des Jahres hat Ma vor allem Branchen identifiziert, die wenig von der steigenden Inflation oder von einer Straffung der Geldpolitik betroffen sind: den Immobiliensektor, wo Mieterhöhungen anstehen, oder Fluggesellschaften, die von der laufenden Aufwertung der Landeswährung Yuan profitieren. Weniger optimistisch ist Ma gegenüber Versorgern. „Damit sollten Anleger vorsichtig sein“, sagt der Ökonom der Deutschen Bank. Elektrizitäts- und Gasanbieter könnten zwischen steigenden Rohstoffpreisen und Maßnahmen der Regierung zur Dämpfung der Verbraucherpreise aufgerieben werden.

Im vergangenen Jahr waren chinesische Aktien um 14 Prozent gefallen. Damit haben sie im weltweiten Börsentheater eine der schwächsten Vorstellungen abgeliefert. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass 2011 die Erholung kommt. Einige Experten sind jedoch der Meinung, dass die drohenden Zinserhöhungen das Börsenplus vorzeitig abwürgen. Guotai Junan Securities – die für gewöhnlich pessimistischer ist als der Durchschnitt – sagt einen neuen Kurseinbruch voraus.

Eines ist jedoch sicher: Der vergleichsweise junge chinesische Markt bleibt auch in diesem Jahr unbeständig. Zu viele Investoren drängen mit zu viel Geld an die Börse, wenn es gut läuft – nur um ihre Mittel gnadenlos abzuziehen, wenn der Trend dreht. Ein China-Engagement ist vorläufig eher etwas für sehr schnelle und mutige Anleger oder für solche mit langfristig angelegten monatlichen Sparplänen.

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breaking news

16.01.2011, 21:47 Uhr

Ein Jahr nach der Einführung freut sich die industrial and Commercial bank of China über mehr als eine Millionen Kunden, die über Onlinekonten Gold kaufen.
Mit einem Goldspar-Konto können Kunden Gold ab 5 Gramm online kaufen. Die bestände werden dem Konto gutgeschrieben. Monatlich fallen Lagergebühren an.
innerhalb dieses Zeitraums konnte die chinesische bank mehr als eine Million Kunden für das Angebot gewinnen. Das erstaunt auch Jeff Toshima, der Geschäftsführer des World Gold Council in Japan.
“Hier in Japan hat es über 10 Jahre gedauert, bevor die gesamte Goldsparbranche 700.000 Konten erreicht hat. Es ist beeindruckend, dass eine einzige chinesische bank dieses Niveau so einfach innerhalb eines Jahres ohne PR oder aktives Marketing übertrifft”, so Toshima gegenüber dem Nachrichtendienst Nikkei Money.

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