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27.12.2013

18:13 Uhr

Börsen

Dax bläst zur großen Jahresendrally

Mit Rekord gestartet bewegte sich der Dax danach kein Stück mehr. Bis die Anleger kurz vor Schluss noch einmal aufsprangen und den Leitindex auf 9589 Punkte hievten. So kommen die 10000 früher als erwartet in Reichweite.

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FrankfurtDer Appetit der Anleger auf Aktien hält auch nach der Weihnachtspause an. Ermutigt von der anhaltenden Rekordfahrt an der amerikanischen Wall Street startete der Dax am Freitag auf einem neuen Höchststand. In den ersten Handelsminuten legte das Börsenbarometer um 0,7 Prozent auf 9560 Punkte zu.

Doch danach tat sich lange Zeit wenig bis gar nichts auf dem Parkett. Die deutsche Benchmark verweilte fast bewegungslos auf dem Rekordniveau. Für Ausbrüche fehlten die Impulse, eine kaum verändert eröffnete Wall Street ließ die Frankfurter kalt. Dann aber kurz vor Handelsschluss setzte der Leitindex aber doch nochmal an zum Sprung über die nächste runde Marke, die er nur knapp verpasste.

So verabschiedeten die Anleger den Dax auf dem neuen Allzeithoch von 9589 Punkten, was einen Aufschlag von 1,1 Prozent bedeutet. Auch in der zweiten Reihe ging die Hatz nach Höchstständen zum Jahresultimo weiter: Der MDax stieg um 0,8 Prozent auf 16.625 Punkte - ebenfalls ein Rekordhöchststand, der TecDax hingegen schloss nahezu unverändert bei 1164 Zählern.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Insgesamt lief das Geschäft an diesem vorletzten Handelstag des Jahres - wie erwartet - sehr ruhig, da viele Marktteilnehmer noch in den Weihnachtsferien sind. Bis kurz vor Handelschluss betrug die Kursspanne im Dax keine 30 Punkte. Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien von Kali + Salz mit einem Zuwachs von zwei Prozent. Aktionäre decken sich kurz vor Jahresende mit dem auf Jahressicht schlechtesten Wert im Dax ein.

Am Tag vor Heiligabend hatte der Dax ebenfalls kräftig zugelegt. Er schloss 0,9 Prozent fester auf 9488 Punkten - eine neue Bestmarke. Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Broker GKFX ergänzte: „Die Jahresendrally ist voll im Gange, auch wenn sie erst sehr spät gestartet hat.“ 9600 Punkte sind heute noch möglich, die magische Marke von 10.000 Punkten kommt in Reichweite.

Unterstützt wird die Rekordjagd durch die Kursgewinne an Wall Street. Auch in Fernost gingen die Notierungen an den meisten Aktienmärkten hoch. An der Börse von Tokio dominierten dagegen Gewinnmitnahmen, nachdem die Kurse bereits am ersten Weihnachtsfeiertag deutlich angezogen hatten.

An den US-Börsen sorgte am gestrigen Donnerstag ein überraschend starker Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für gute Stimmung. In der vergangenen Woche stellten 338.000 Menschen erstmals einen Antrag auf Unterstützung, 42.000 weniger als in der Vorwoche.

Der Dow-Jones-Index schloss gestern mit einem Aufschlag von 0,75 Prozent bei 16.479 Punkten. Die jüngsten Kurszuwächse seien nicht mehr wirklich zu erklären, sagte Analyst Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. "Es gibt derzeit keinen Grund zum Verkauf von Aktien, aber auch nicht so viele Gründe für einen Kauf - außer, dass wir davon ausgehen, dass die Kurse noch weiter steigen werden."

Konjunkturdaten, die den Markt entscheidend beeinflussen konnten, blieben heute aus. In Japan zeugten Daten von einer gestiegenen Industrieproduktion. Die US-Börsen eröffneten zurückhaltend und liefen danach auf Vortagsniveau.

Kommentare (42)

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Game_Over

27.12.2013, 08:12 Uhr

Die Baisse nährt die Baisse.
Im Schnitt verlieren wir jetzt 100 - 150 Punkte pro Tag.
Die 8000 ist also durchaus realistisch bis Weihnachten.
Es gibt keine (Stützungs) Käufe mehr und jeder weiss, dass die FED morgen das Tapering verkünden muss.

alexfiftyfour

27.12.2013, 08:15 Uhr

Dax mit Jahresendrally, warum kaufen noch Leute?
Da kommt eine Korrektur.
Die sieht aus wie eine Korrektur, die riecht wie eine Korrektur, die knallt wie eine Korrektur.
Da hält man seinen Mund und geht einfach mit.
Aber...nein, es gibt immer noch Leute die kaufen.
Ist mit total unverständlich.

Game_Over

27.12.2013, 08:17 Uhr

Die Baisse nährt die Baisse.
Im Schnitt verlieren wir jetzt 100 - 150 Punkte pro Tag.
Die 8000 ist also durchaus realistisch bis Weihnachten.
Es gibt keine (Stützungs)Käufe mehr und jeder weiss, dass die FED morgen das Tapering verkünden muss.

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