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07.01.2014

09:38 Uhr

Börsen Fernost

Anleger ignorieren Gewinneinbruch bei Samsung

Die Händler in Tokio schauen wieder über den Ozean: Nach schlechten Konjunkturdaten in den USA knickt auch in Japan die Börse ein. An der Börse in Seoul steigt die Aktie von Samsung zunächst leicht.

Ein Trader an der Tokioter Börse. ap

Ein Trader an der Tokioter Börse.

TokioEnttäuschende Konjunkturdaten aus den USA haben die asiatischen Börsen am Dienstag belastet. In Tokio verzeichnete der Nikkei den zweiten Tag in Folge Verluste. Für Verunsicherung sorgten die US-Dienstleister, die zum Jahreswechsel überraschend an Fahrt verloren haben.

Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor sank im Dezember zum zweiten Mal in Folge. Das sei zwar kein Grund für Aktienverkäufe im großen Stil, sagte Analyst Hikaru Sato vom Wertpapierhändler Daiwa Securities. Gleichwohl sorge die Entwicklung aber für Zurückhaltung am Markt.

Nun warten Anleger gespannt auf die am Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten für weitere Informationen über die Entwicklung der US-Wirtschaft, von der auch die Drosselung der Konjunkturhilfen der amerikanischen Notenbank abhängt.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

In Südkorea ging es für die Aktie des Elektronikriesen Samsung 0,2 Prozent nach unten. Hohe Bonuszahlungen an Mitarbeiter und der scharfe Wettbewerb mit Apple haben dem Smartphone-Hersteller einen Gewinneinbruch eingebrockt. Im operativen Geschäft verdiente der südkoreanische Konzern von Oktober bis Dezember mit 8,3 Billionen Won (5,7 Milliarden Euro) knapp ein Fünftel weniger als noch im dritten Quartal.

Samsung hatte jüngst geschätzt eine Milliarde Dollar zum 20. Jahrestag der "New Management"-Strategie an seine Mitarbeiter ausgeschüttet. Konzernchef Lee Kun-hee hatte 1993 seine Manager aufgefordert, alles auszuwechseln "mit Ausnahme der eigenen Frauen und Kinder", um Samsung von einem regionalen Fernseh-Hersteller zum weltweiten Technologie-Führer zu machen.

Seitdem hat Samsung Sony bei Fernsehern, Nokia bei Mobiltelefonen und Apple bei Smartphones überholt. Analysten waren gleichwohl überrascht von dem kräftigen Rückgang des operativen Gewinns. Neben unerwartet hohen Bonus-Kosten habe offensichtlich auch die Gewinn-Marge im Smartphone-Geschäft angesichts hoher Kosten für Werbung gelitten, sagte Lee Seung-woo, Analyst von IBK Investment & Securities. Den 8,3 Billionen Won operativen Gewinn stand eine Analystenerwartung von durchschnittlich 9,75 Billionen gegenüber.

Die Aktie reagierte auf die Nachrichten an der Börse in Seoul so gut wie gar nicht. Der Kurs pendelte lange um das Vortagsniveau und fiel erst zum Schluss leicht.

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